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Lausitzer Füchse gehen in Frankfurt unter

Nach einem noch guten ersten Drittel führt ein katastrophales Unterzahlspiel zu einem großen Rückstand.

© Jan Huebner

Von Frank Thümmler

Die Lausitzer Füchse haben am Freitagabend bei den Frankfurter Löwen eine 9:2 (2:1, 6:1, 1:0)-Klatsche bezogen. Nach einem passablen ersten Drittel gingen die Füchse im Mittelabschnitt unter. Besonders auffällig waren die Schwäche der Füchse in Unterzahl und die Anfälligkeit der Lausitzer bei eigener Überzahl gegen Konter.

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Die Lausitzer Füchse begannen beim amtierenden Zweitliga-Meister eigentlich ganz gut, konnten die Anfangsphase ausgeglichen gestalten und kamen zu ersten Abschlüssen. Auf der anderen Seite hielt Konstantin Kessler, der erstmals in dieser Saison im Tor stand, was auf sein Tor kam. In der ersten Überzahlsituation der Füchse hatte dann Mücke einen guten Distanzschuss, bei dem dem Löwen-Torwart Hannibal Weitzmann die Sicht verdeckt war, aber der Puck ging vorbei. Wenig später wurde aber eine Schwäche der Füchse an diesem Tag deutlich. Die Frankfurter liefen einen Unterzahlkonter, Kessler hielt aber den Schuss und auch den Nachschuss. Den nächsten Konter konnte Geiseler nur im letzten Moment durch ein Foul stoppen, aber Breitkreuz schoss den fälligen Penalty vorbei. In der 14. Minute hatte Tegkaev die bis dahin beste Chance für die Füchse, scheiterte allein vor dem Tor an Weizmann. Dann gingen die Füchse in ihrer zweiten Überzahl etwas überraschend in Führung. Mücke legte auf seinen Verteidigerkollegen Adam quer, der direkt abzog. Lennartsson verwandelte den Abpraller vom Torwart. Bis zur ersten Drittelsirene drehten die Frankfurter aber das Spiel. Erst bestraften die Löwen einen doppelten Fehler der Füchse, die sich einen Puckverlust im Spielaufbau leisteten, den 2:1-Konter zwar abwehrten, aber den Puck nicht wegbekamen (Mund). Liesegang war zur Stelle. Dann nutzten die Frankfurter ihr erstes Überzahlspiel zur Führung. Pistilli wurde mit einem Querpass freigespielt, und der Kanadier traf gegen den chancenlosen Kessler in die lange Ecke.

Trotzdem: Die Füchse hinterließen bis dahin den Eindruck, dass auch im vierten Spiel der Saison ein Punktgewinn möglich wäre. Das war sieben Minuten nach Beginn des Mittelabschnitts anders. Da war das Spiel zugunsten der Gastgeber entscheiden. Erst leistete sich Nägele eine ungeschickt verursachte Strafe, dann musste Boiarchinov (sicherlich kleinlich gepfiffen) zu ihm in die Box. Die doppelte Überzahl brachte Frankfurt durch Schüle, der sich die Ecke aus wenigen Minuten aussuchte, das 3:1. In der verbleibenden einfachen Überzahl erhöhten die Frankfurter auf 4:1. Card schoss flach von der Blauen Linie, McLeod hielt den Schläger rein. Und zwei Minuten später war C.J. Stretch zur Stelle, nachdem Kessler noch stark gegen Breitkreuz gerettet hatte.

Füchse-Trainer Järvenpää nahm seine Auszeit, aber das Spiel beim Meister war natürlich entschieden. Die Füchse rafften sich kurzzeitig auf, Lennartsson hatte erst eine Riesenchance, traf aber die Maske von Torwart Weitzmann. Sekunden später aber gelang dem Schweden das 5:2, mit einem wunderbaren Handgelenkschuss ins Dreiangel, direkt nachdem Just das Bully gewonnen hatte. Wenig später bekamen die Gastgeber eine Strafe. Jetzt ein Treffer, und vielleicht ging doch noch was. Das Gegenteil war der Fall. Wieder einmal verloren die Füchse im Spielaufbau den Puck, beim Unterzahlkonter war Lennartsson den Schläger, was nach den Regeln unweigerlich zum Penalty führt. Und den verwandelte Liesegang fast schon aufreizend lässig zum 6:2. Danach war die Moral der Füchse im Keller. Die Frankfurter nutzten ihre vierte Überzahl zu ihrem vierten Tor. Pistilli traf aus spitzem Winkel eine Minilücke in der kurzen Ecke. Beim 8:2 hielt Kessler zweimal stark, war aber beim zweiten Nachschuss machtlos.

Im Schlussdrittel kam Franzreb ins Füchse-Tor. Wer dachte, die Frankfurter würden langsamer machen, täuschte sich. Die Löwen erzielten noch ein weiteres Tor, während Franzreb unter Dauerbeschuss stand, ein zweistelliges Ergebnis aber verhinderte. Die Lausitzer Füchse müssen nun versuchen, das Spiel aus dem Kopf zu bekommen. Am Sonntag kommt Vorjahresfinalist Bietigheim in die Weißwasseraner Eisarena.

Statistik:

Löwen Frankfurt – Lausitzer Füchse 9:2 ((2:1, 6:1, 1:0)

0:1 Viktor Lennartsson 14:56 (Überzahl, Adam, Mücke)

1:1 Nils Liesegang 18:04 (Filin, Pistilli)

2:1Matthew Pistilli 18:58 (Überzahl, Liesegang, C.J. Stretch)

3:1 Tim Schüle 23:25 (Überzahl 2, MacLeod, Breitkreuz)

4:1 Wade MacLeod 24:20 (Überzahl, Card, Jarrett)

5:1 C.J. Stretch 26:27 (Breitkreuz)

5:2 Viktor Lennartsson 33:20 (Just)

6:2 Nils Liesegang 34:25 Unterzahl, Penalty)

7:2 Matthew Pistilli 38:12 (Überzahl, Schüle, C.J. Stretch)

8:2 Brett Breitkreuz 39:33 (Jarrett, Gron)

9:2 Wade MacLeod 46:04 (Breitkreuz, Gläßl)

Löwen Frankfurt

Tor: Weitzmann

Verteidigung: Card, Yorke, Stephan, Tiffels, Gläßl, Schüle, Dronia

Sturm: Gron, Jarrett, C.J. Stretch,Dumont, MacLeod, Valentin, Breitkreuz, Seeger, Pistilli, Filin, Breitkreuz, Liesegang

Lausitzer Füchse:

Tor: Kessler

Verteidigung: Adam, Mücke – Bär, Mund – Hoffmann, Geiseler – Nägele

Sturm: Schmidt, Just, Lennartsson – Bodo, Eriksson, Boiarchinov – Neuert, Götz, Tegkaev – Jahnke, Warttig, Stöber

Schiedsrichter: Mischa Apel, Eric Daniels

Strafen: Frankfurt 14, Weißwasser 18

Zuschauer: 3 837