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Weißwasser

Lausitzer Füchse holen einen Punkt 

In Landshut schaffen die Füchse spät den verdienten Ausgleich, aber insgesamt kassieren sie zu viele (fragwürdige) Strafen.

Füchse-Trainer Corey Neilson versucht seinen Spielern zu erklären, wie sie sich taktisch zu verhalten haben. Gegen individuelle Fehler wie sie auch in Landshut passierten, hilft auch das nicht.
Füchse-Trainer Corey Neilson versucht seinen Spielern zu erklären, wie sie sich taktisch zu verhalten haben. Gegen individuelle Fehler wie sie auch in Landshut passierten, hilft auch das nicht. © Thomas Heide

Die Lausitzer Füchse beenden das Jahr 2019 mit einer weiteren Niederlage. Beim 4:5-Nach Verlängerung in Landshut holten die Füchse nach drei glatten Niederlagen in Folge wenigstens einen Punkt. Der späte Ausgleich durch Murphy war hochverdient und Ergebnis einer starken kämpferischen Leistung der (zu) oft in Unterzahl spielenden Füchse. Auch beim entscheidenden Treffer in der Verlängerung hatten sie einen Mann weniger auf dem Eis.

Das Spiel begann wie so viele in letzter Zeit: schlecht für die Lausitzer Füchse. Clark Breitkreuz kassierte eine schnelle Strafe, als er seinen Stock zwischen den Beinen eines Gegners hatte, er zwar losließ und die Arme nach oben riss, aber es half nichts. In der Unterzahl dauerte es nur 18 Sekunden, da war Czarnik freigespielt, und der hämmerte den Puck über die Schulter von Füchse-Torwart Mac Carruth ins Netz. Die jetzt gereizten Füchse hatten danach eine kleine Druckphase, Verteidiger Keussen schoss zweimal aufs Tor. Es wurde schnell deutlich, dass die Füchse große Probleme mit dem Forechecking der Gäste hatten, die dadurch zu Riesenchancen kamen. Erst verlor Granz den Puck im eigenen Drittel an Hofbauer, der aber drüber schoss. Und eine Minute später ließ sich Karrer die Scheibe abnehmen, diesmal hatte Schmidpeter einen freien Schuss, aber Carruth hielt. Danach kamen die Füchse etwas besser ins Spiel. George schlug nach einem Hammond-Rückpass über den Puck. Dann aber gelang den Füchsen der Ausgleich: Nach einer überragenden Vorarbeit von Murphy war Farmer frei vor dem Tor der Gastgeber. Der Füchse-Stürmer legte sich den Puck auf die Rückhand und lupfte ihn unter die Latte (17.).

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Den Beginn des Mitteldrittels verschliefen die Füchse erneut. Nach zehn Sekunden hatte Brandl eine Chance, Sekunden später verlor der diesmal in der ersten Füchse-Reihe aufgestellte Andres den Puck im Mitteldrittel fast ohne Gegenwehr, der in der Folge frei Czarnik traf mit einem Handgelenkschuss genau an die Lattenunterkante – 2:1. Die Füchse-Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Jordan George erzielte mit einer Einzelleistung den Ausgleich. Er schnappte sich den Puck im eigenen Drittel, überlief den Landshuter Verteidiger Bohac und hob den Puck vor Torwart Hübl unter die Latte (23.). Danach allerdings ging ein wahres Strafenfeuerwerk gegen die Füchse, die am Ende des zweiten Drittels 16 Strafminuten auf dem Konto hatten (Landshut nur vier). Sicherlich waren einige der Strafen auch gerechtfertigt, andere Pfiffe von Hauptschiedsrichter Ulpi Sicorschi sorgten für fragendes Achselzucken und Kopfschütteln bei den Füchsen. Es kam, wie es kommen musste: Die Füchse kassierten in doppelter Unterzahl das 3:2, dem allerdings ein erneuter individueller Fehler vorausging: Kuschel hatte die Chance, den Puck nach einem Schuss der Gastgeber aus dem Drittel zu bringen, schaffte das aber unbedrängt nicht, sondern servierte die Scheibe Czarnik, der auf Forster ablegte, der das leere Tor vor sich hatte (31.).

Als dann auch noch das 4:2 fiel, Schmidpeter hatte mit einem Handgelenkschuss aus dem Bullykreis genau ins Dreiangel getroffen (38.), schien den Füchsen das Spiel zu entgleiten. Aber ein Fehler der Gastgeber öffnete ihnen wieder die Tür. Murphy eroberte den Puck hinter dem Gastgebertor, war schnell vor dem Tor und legte quer auf Breitkreuz, der den Anschlusstreffer schaffte (40.). Sekunden vor der Drittelsirene hatten die Füchse Glück, als Murphy den Puck verlor und Forster frei vor dem Tor die Latte traf.

Die Füchse begannen das Schlussdrittel erneut in Unterzahl, aber dann bekamen die Gastgeber zwei Strafen verteilt, sodass die Füchse tatsächlich zu ihren ersten Überzahlspielen kamen. Aber die Gastgeber zeigten, warum sie das bislang beste Unterzahlteam der Liga sind, brachten den Puck immer wieder aus dem Drittel. Trotzdem nahm der Druck der Füchse immer mehr zu, die Schüsse aber kamen immer wieder zu zentral auf Landshuts Torwart Hübl, der in einigen Situationen auch das nötige Glück hatte. Die Kräfte der Landshuter schienen nachzulassen, Landshuts Trainer Kammerer nahm wohl deshalb vier Minuten vor Schluss eine Auszeit. Danach war es eine gefühlte Überzahl für die Füchse, die zu einer echten wurde, als Trainer Neilsson den Torwart vom Eis nahm. Das half, der Druck wurde riesengroß. Murphy hämmerte den Puck dann ins Netz (58.). Als dann Schwamberger eine Gegenspieler in die Bande drückte, schnellte der Arm von Schiedsrichter Sicorschi wieder nach oben – Strafe für die Füchse. Carruth rettete aber zweimal gegen Czarnik überragend.

In der Verlängerung, die die Füchse ja noch in Unterzahl begannen, war es dann aber so weit. Czarnik traf mit einem Direktschuss in die lange Ecke. Fazit des Spiels: Auf der Strafbank gewinnt man keine Spiele, auch wenn man vielleicht gar nicht soviel dafür kann.

Vielleicht bringt das neue Jahr den Füchsen ja mehr Glück. Alle fiebern jetzt dem Open-Air-Spiel im Dresdner Dynamo-Stadion gegen die Dresdner Eislöwen entgegen.

Statistik

Lausitzer Füchse – EV Landshut 5:4 n. V. (1:1, 3:2, 0:1)

Tore: 1:0 Robbie Czarnik 1:48 (Überzahl, Assist: Wehrs, Pompei)
1:1 Robert Farmer 16:42 (Murphy)
2:1 Robbie Czarnik 20:36 (Bohac, Pompei)
2:2 Jordan George 22:42 (Hammond, Pozivil)
3:2 Maximilian Forster 30:56 (Überzahl 2, Czarnik)
4:2 Marc Schmidpeter 38:18 (Hayes, Fischhaber)
4:3 Clarke Breitkreuz 39:04 (Murphy)
4:4 Darcy Murphy 58:17 (Breitkreuz, Farmer)
5:4 Robbie Czarnik 60:35 (Überzahl, Wehrs, Pompei)

EV Landshut
Tor: Hübl
Abwehr: Wehrs, Bohac – Kronthaler, Neumann – Ostwald, Messing
Sturm: Brandl, Czarnik, Pompei – Hofbauer, Ehl, Forster – Fischhaber, Schmidpeter, Hayes – Trinkberger, Gollenbeck, Basler

Lausitzer Füchse
Tor: Carruth
Abwehr: Monteith, Granz – Keussen, Karrer – Pozivil, Kania
Sturm: George, Hammond, Andres – Farmer, Murphy, Breitkreuz – Boiarchinov, Schwamberger, Kuschel – Strodel, Rentsch

Schiedsrichter: Kilian Hinterdobler, Ulpi Sicorschi
Strafen: Landshut 8, Füchse 18
Zuschauer: 3.309