merken

Lausitzer Füchse lassen zwei Punkte liegen

Gegen Bayreuth verlieren die Weißwasseraner nach dem ersten Drittel den Faden – und finden ihn nicht wieder.

© Thomas Heide

Von Thomas Wagner und Frank Thümmler

Anzeige
Wer tröstet mich?

Mit ganzem Herzen für die Kleinen und Allerkleinsten: Das Team der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Zittau sucht Verstärkung.

Es ist nach dem Sieg in Deggendorf nicht das erhoffte Sechs-Punkte Wochenende geworden. Gegen das Tabellenschlusslicht haben die Lausitzer Füchse nicht einmal unverdient zwei Punkte verloren, das Heimspiel im Penaltyschießen mit 1:2 verloren. Dabei sah es nach dem ersten Drittel noch gut aus.

Da schafften es die personell dezimierten Füchse (neben den Berliner Fölis fehlten Dietz und diesmal Kuchejda) das hohe Tempo aufzunehmen, das sie für ihr Spiel brauchen. Eriksson, der den Goldhelm für den besten Scorer von Hayes übernommen hatte, tankte sich gleich zu Beginn durch und scheiterte an Torwart Herden. Dann aber schepperte es erst einmal auf der Gegenseite. Gläser traf nach einem Konter das Torgestänge (3.). Dreimal hatten die Gäste im ersten Drittel die Chance, in Überzahl zu spielen. Aber sie machten sehr wenig daraus, blieben dabei harmlos. Die Füchse hatten unmittelbar nach einer Unterzahl die bis dahin beste Chance im Spiel- Hayes hatte hinter dem Gästetor Zeit, Verteidiger Monteith kam herangestürmt und bekam den Puck, traf dann aber genau den Torwart (12.). Das 1:0 fiel dann aber doch, als die Füchse den Puck mit viel Einsatz im Angriffsdrittel hielten. Schließlich kam Saviano an die Scheibe und sah Hayes. Und der traf nach ein paar Schritten endlich wieder einmal, überwand Herden mit einem trockenen Schuss ins rechte untere Eck (14.). Boiarchinov und noch einmal Hayes hatten Chancen, die Führung auszubauen, scheiterten aber am teilweise überragend haltenden Bayreuther Torwart.

Das Spiel änderte sich aber im Mitteldrittel. Die Füchse reduzierten das Tempo etwas, attackierten die Gäste im nach Puckverlust nicht mehr ganz so aggressiv und brachten damit Bayreuth ins Spiel. Dazu kam eine erneut kaum zu übersehende Schwäche in Überzahl, in der zu selten der Weg zum Tor gesucht wird, sondern der Treffer mit spielerischen Mitteln erzielt werden soll. Das gelang in vier Überzahlsituationen nicht. In Sachen Überzahlspiel sind die Füchse inzwischen mit einer Quote von 12,9 Prozent auf den drittletzten Platz abgerutscht. Dazu gab es genügend Kontersituationen, die die Füchse schlecht ausspielten. Gästetrainer Petri Kujala sagte nach dem Spiel: „Dass wir dieses Drittel gewonnen haben, da müssen wir Gott und unserem Torwart danken, so viele 2.1 und 4:2-Situationen, wie die Füchse hatten“. Das Gegentor fiel, als Verteidiger Kania bei einer Angriffsaktion ausrutschte und demzufolge hinten fehlte. Nach einem geschickten Rückpass von Kunz konnte sich der 40-jährige Routinier Josef Potac die Ecke aussuchen und machte das mit aller Abgeklärtheit (30.). Im Schlussdrittel zerfiel das Kombinationsspiel der Füchse vollends, zumal jetzt auch noch Topscorer Eriksson verletzt ausfiel. Es gab nur noch Einzelaktionen, aus den Chancen entsprangen. Die Gäste schlitterten zunächst knapp an einem Penalty vorbei, als Füchse-Verteidiger Monteith einen durchgebrochenen Tigers-Stürmer von hinten foulte. Die größte Chance zum 2:1 hatte wohl Boiarchinov, der nach einem langen pass völlig allein aufs Gästetor hätte zulaufen können, den Puck aber nicht unter Kontrolle bekam. Eine Überzahl kurz vor Schluss ließen die Füchse ungenutzt verstreichen, in den letzten Sekunden waren die Gäste dem Siegtreffer sogar näher.

In der Verlängerung war beiden Mannschaften der Kräfteverschleiß anzumerken. Potac hatte die beste Chance für die Gäste, auf der anderen Seite kurz vor Schluss Owens aber eine riesige Möglichkeit. Vor dem Tor freigespielt verzog er den Schuss aber. So ging es ins Penaltyschießen, bei dem alle drei Weißwasseraner Schützen zu nah ans Tor liefen, so dass Torwart Herden relativ problemlos klären konnte. Auf der anderen Seite hielt Schmidt gegen Kunz noch stark, war aber gegen den schnellen, platzierten Schuss von Järveläinen machtlos.

Auf der Pressekonferenz war Trainer Corey Neilson die Unzufriedenheit diesmal etwas anzusehen. „Die Chemie in den Reihen hat diesmal nicht so gestimmt. Das ist aber nach den Ausfällen auch kein Wunder.“ Und auf die Frage, ob er seine Aussage nach dem Deggendorf-Spiel, um Platz eins mitspielen zu wollen, weiter so sieht, sagte er: „Ja, das ist möglich. Allerdings habe ich damit auch ein Team mit den fehlenden Jungs gemeint. Dann ist das Potenzial da.“ Das nächste Spiel ist jetzt erst in zwölf Tagen. Seinen Spielern gibt Neilson die ganze Woche frei – zur Erholung.

Statistik

Lausitzer Füchse – Bayreuth Tigers 1:2 n. P. (1:0; 0:1; 0:0)

1:0 Jeff Hayes13:05 (Assist: Owens, Saviano)

1:1 Jozef Potac 29:31 (Veisert, Kunz)

1:2 Ville Järveläinen 65:00 (Penalty)

Penaltyschießen: Jeff Hayes gehalten/Kevin Kunz gehalten, Cedric Schiemenz gehalten/Ville Järveläinen Tor,

Clarke Breitkreuz gehalten

Lausitzer Füchse

Tor: O. Schmidt

Abwehr: Monteith, Owens – Kuschel, Kania – Bär, Granz

Sturm: Saviano, Boiarchinov, Hayes – gerrge, Eriksson, Breitkreuz – Reichel, M. Schmidt, Schiemenz – Geiseler, Ustorf, Warttig

Bayreuth

Tor: Herden

Abwehr: Heider, Linden – Mayr, Martens – Veisert, Potac – Nijenhus

Sturm: Kolozvary, Bartosch, Bosas – Rajala, Järveläinen, Gams – Busch, Richter, Gläser – Kronawitter, Kirchhofer, Kunz

Schiedsrichter: Christoffer Hurtig, Carsten Lehnhart

Strafen: Weißwasser 10, Bayreuth 8

Zuschauer: 2 843