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Lausitzer Füchse ringen den Angstgegner nieder

Viel zu holen gab es in der Vergangenheit gegen die Frankfurter Löwen nicht, aber diesmal stoßen die Füchse den Bock um.

Von Frank Thümmler
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Brad Ross ist bislang zwar als Scorer nicht auffällig, aber er bringt die kämpferische Komponente ins Füchse-Spiel
Brad Ross ist bislang zwar als Scorer nicht auffällig, aber er bringt die kämpferische Komponente ins Füchse-Spiel © Gunnar Schulze

Die Lausitzer Füchse haben endlich wieder gewonnen. Gegen die Löwen Frankfurt gelang ein 6:3 (2:2, 1:1, 3:0)-Sieg, den sich die Füchse auch verdient hatten. Diesmal stimmte die kämpferische Leistung, die Zahl der Fehler war deutlich geringer als zuletzt und vor dem Tor war endlich auch wieder der unbedingte Wille zu spüren, einen Treffer zu erzielen.

Das Spiel lief zunächst so gegen die Lausitzer Füchse, wie zuletzt so viele Partien. Sie hatten in den ersten 30 Sekunden gleich drei gute Chancen durch Andres und zwei Schüsse von Kania, aber dann erhielt erst Breitkreuz eine sehr kleinliche Strafe, später auch Monteith. Beide Unterzahlen überstanden die Füchse, auch dank einiger guter Paraden von Torwart Marvin Cüpper, der diesmal statt Mac Carruth im Tor stand (Damit war der Weg frei für den Einsatz von Luke Nogard als Ausländer). Gerade als die zweite Unterzahl abgelaufen war, verlor aber Reichel den Puck im eigenen Drittel, der Frankfurter Schinko konnte schießen, und Cüpper rutschte der Puck durch die Hosenträger. Es wurde nicht besser. Die Füchse versuchten zwar, viel Druck aufzubauen, offenbarten aber immer wieder große Lücken nach Puckverlusten. Cüpper war gegen den allein auf ihn zulaufenden Mieszkowski großartig mit der Fanghand zur Stelle. Auf der anderen Seite hatten dann die Füchse eine Riesenchance, aber der von Hammond freigespielte Monteith schoss zu ungenau, im Gegenzug kamen die schnellen Gäste zu einem 3:1-Konter. Beim Passversuch nach innen fälschte Füchse-Verteidiger Keussen den Puck ins eigene Tor ab. Nun hätte man denken können, dass die Füchse moralisch gebrochen wären. Aber das Gegenteil war der Fall. Die Füchse nutzten ihre erste Überzahl zum Anschlusstreffer. Keussen hatte schon mit einem Direktschuss den Pfosten getroffen, wenig später war Füchse-Stürmer Andres bei einem Abpraller zur Stelle und traf zum 1:2 (13.). Der Ausgleichstreffer von Mike Hammond war dann eine technische Meisterleistung. Die Frankfurter waren beim Wechseln, als Hammond auf der freien Seite ein hoher Pass aus dem eigenen Drittel erreichte. Der Brite in den Füchse-Reihen nahm den Puck mit der Brust runter, lief schnell Richtung Tor und traf genau in die lange Ecke (17.). Danach hatte Ex-Fuchs Ranta noch eine gute Chance, Cüpper hielt, und schoss Ross auf der anderen Seite aus der Drehung knapp vorbei.

Das Mitteldrittel begann mit zwei Minuten Vier-gegen-Vier. Dabei hatten die Füchse klasse Chancen. Erst scheiterte George mit Schuss und Nachschuss am dann schon liegenden Torwart Klein. Und als Granz gerade von der Strafbank kam, erhielt er sofort den Puck, scheiterte zwar, aber Breitkreuz traf im Nachschuss den Pfosten. Nachdem die Füchse eine weitere Unterzahl überstanden, hatten die Füchse Pech, als Boiarchinov einen Kania-Pass vor das Tor nur abtropfen ließ, aber Torwart klein traf. In der nächsten Füchse-Unterzahl lief erste Reichel einen super Konter, schlug dann unter Bedrängnis über den Puck. Auf der anderen Seite musste Cüpper zweimal retten. Dann endlich bekamen auch die Füchse eine Überzahl und nutzen das zum erstmaligen Führungstreffer. Hammond spielte einen Pass quer durch den Torraum, George zog von der anderen Seite direkt ab und traf (34.). Aber es dauerte nicht lange, dann musste der sich darüber beschwerende Boiarchinov auf die Strafbank. Erst befreiten sich die Füchse noch, aber dann setzte sich Mitchel gegen zwei Füchse durch und legte quer auf Ranta, der mit seinem Direktschuss Cüpper im Tor keine Chance ließ (38.) – 3:3.

Das Spiel stand zu Beginn des Schlussdrittels also auf der Kippe. Das Tempo blieb hoch, vielleicht waren die die Füchse jetzt etwas entschlossener. Nogard setzte einen verdeckten Schuss ab, knapp drüber. Aber die Reihe blieb am Drücker. Nogard reagierte bei einem Abpraller am schnellsten, sah den vor dem Tor einlaufenden Schwamberger, der die Scheibe zum 4:3 abtropfen ließ. Die Frankfurter versuchten danach, den Druck zu erhöhen, aber die Füchse waren aufmerksam und konterten. Schwamberger lief in das Angriffsdrittel und legte zurück auf den nachlaufenden Monteith, der mit einem überlegten Flachschuss zum 5:3 in die lange Ecke traf. Das Spiel war noch nicht entschieden, erst recht, nachdem die Füchse eine weitere Überzahl nicht nutzen konnten. Die Füchse spielten jetzt konsequent defensiv, versuchten, keine Räume mehr anzubieten. Fast vier Minuten vor dem Ende nahmen die Gäste ihren Torwart vom Eis. Nach einem Foul an der Bande gab es eine Strafe gegen Keussen. Es wurde noch einmal ganz eng. Aber Cüpper hielt stark und Monteith schlug ihn einmal von der Linie. Und als die Füchse wieder vollzählig waren, eroberte Füchse-Verteidiger Kania den Puck und traf tief aus dem eigenen Drittel zum 6:3 – die Entscheidung. Am Sonntag brennen die Löwen aus Frankfurt auf Revanche.

Statistik

Lausitzer Füchse –Löwen Frankfurt 6:3 (2:2, 1:1, 3:0)

Tore:
0:1 Luis Schinko 6:09 Assist: (Max. Eisenmenger)
0:2 Daniel Wirt 10:07 (Hüttl, Mitchell)
1:2 Tomas Andres 12:50 (Überzahl, Breitkreuz, Mik )
2:2 Mike Hammond 16:16 (Monteith, Farmer)
3:2 Jordan George 33:04 (Überzahl, Murphy, Hammond)
3:3 Roope Ranta 38:41 (Überzahl, Mitchell, MacAulay)
4:3 Daniel Schwamberger 43:32 (Granz, Nogard)
5:3 Mychal Monteith 47:54 (Schwamberger, Mik)
6:3 Jakub Kania 59:02 (empty net, Ross)

Lausitzer Füchse
Tor: Cüpper
Abwehr: Keuthen, Kania – Granz, Kuschel – Mik, Monteith
Sturm: Schwamberger, Nogard, Andres – Farmer, Murphy, Hammond – George, Breitkreuz, Ross – Boiarchinov, Reichel, Karrer

Löwen Frankfurt
Tor: Klein
Abwehr: Suvanto, Faber – Delisle, Erk – Hüttl, Wirt
Sturm: Mitchell, Ranta, MacAuley – Schinko, Lewandowski, Max. Eisenmenger – Mar. Eisenmenger, Strodel, Meisinger – D. Mieszkowski

Schiedsrichter: Fynn-Marek Falten, Razvan Gavrilas
Strafen: Füchse 12, Freiburg 10
Zuschauer: 2.273