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Weißwasser

Lausitzer Füchse schenken Punkte her

Bis tief hinein ins Schlussdrittel führen die Füchse beim Tabellendritten Freiburg, aber dann passieren zu viele Fehler.

Mike Hammond zeigte offensiv wieder ein starke Leistung, aber seine Reihe stand auch bei zwei Gegentoren auf dem Eis.
Mike Hammond zeigte offensiv wieder ein starke Leistung, aber seine Reihe stand auch bei zwei Gegentoren auf dem Eis. © Thomas Heide

Die Lausitzer Füchse haben eine Chance verpasst, im Kampf um einen Play-off-Platz Boden gutzumachen. Sie verloren beim Tabellendritten Freiburger Wölfe mit 3:2 (0:0, 0:1, 3:1), obwohl sie lange Zeit das bessere Team waren und auf der Siegerstraße schienen. Das starke Comeback von Torwart Marvin Cüpper wurde überschattet.

Ein Abtasten gab es in Freiburg nicht. Freiburg schoss nach nur acht Sekunden aufs Tor, aber Marvin Cüpper, der zum ersten Mal nach seiner Verletzung Ende September sein Comeback gab und damit Mac Carruth die weite Fahrt quer durch die Republik ersparte, war gleich auf dem Posten. Nach nur 22 Sekunden erhielten die Gastgeber die erste Strafe, und in der Überzahl hatten die Füchse zwei gute Chancen. Nach einer tollen Direkt-Kombination scheiterte George vor dem Tor, und wenig später traf Murphy nach einem Abpraller von Freiburg-Torhüter Meisner den fliegenden Puck nicht. Nach und nach kamen die Freiburger besser ins Spiel und nahmen Cüpper unter Beschuss. Der aber zeigte im ersten Drittel bärenstarke Paraden und strahlte viel Ruhe aus. Auch als nach einem 2:1- Konter Kunz direkt abzog (13.) oder Wölfe-Topscorer Spiro nach einem Füchse-Puckverlust im eigenen Drittel allein vor ihm auftauchte (17.). Die Füchse, die nach dem Verzicht auf Carruth eine Ausländerposition frei hatten und dadurch Nogard einsetzen konnten, bleiben immer gefährlich. Die wohl beste Chance hatte Murphy, der nach einem langen Pass frei durch war, aber stolperte und dann früh abschließen musste (7.)

Die gesunde Drittelstunde

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Das Mitteldrittel begannen die Füchse sehr stark. Zunächst scheiterte Breitkreuz nach einem schönen Solo noch mit der Rückhand an Wölfe-Torwart Meisner. Aber dann fiel das 0:1. George verzögerte im Freiburger Drittel sehr geschickt und spielte dann im genau richtigen Moment auf Hammond, der rechts freie Bahn hatte und genau in die lange Ecke traf (21.). Auch danach blieben die Füchse optisch am Drücker. Reichel scheiterte nach einem Pass vor das Tor aus Nahdistanz. Die Freiburger hatten mit dem hohen Tempo der Füchse so ihre Probleme, konnten sich aber auch immer wieder befreien und schossen bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf Tor, aber gefährlich wurde es nur selten. Eine Überzahl schenkten die Füchse dann schnell wieder her, weil Keussen ein eher unglückliches Foul beging. Die Füchse überstanden die Phase und hatten danach gleich selbst wieder Chancen. Auf der anderen Seite hatte Ex-Fuchs Jake Ustorf eine Riesenchance nach einem Puckgewinn im Füchse-Drittel, aber auch er scheiterte an Cüpper (34.). Danach kassierte Ross, der diesmal mit George und Hammond in einer Reihe stürmte, eine Strafe für einen Bandencheck. Und beim Bully danach Nogard eine weitere, diesmal ausgesprochen ungeschickte. Alle rechneten angesichts der nahezu zwei Minuten doppelter Überzahl, noch dazu mit dem weiten Weg zur Wechselbank, mit dem Ausgleich. Aber die Füchse verteidigten sehr geschickt, und Marvin Cüpper hielt überragend. Als ein Freiburger Verteidiger im Rückwärtsgang stolperte, hatte Andres plötzlich frei Bahn, scheiterte aber an Torwart Meisner.

Auch im Schlussdrittel begannen die Füchse sehr selbstbewusst, ließen selbst kaum etwas zu und wurden selbst immer wieder gefährlich. Eine Überzahl bot dann die Chance zum zweiten Drittel, aber die Füchse waren in dieser Phase völlig unkonzentriert und erlaubten den Freiburgern drei Riesenchancen, zweimal hielt Cüpper, beim dritten Mal lief Allen nach einem Farmer-Schuss an die Bande völlig allein auf Cüpper zu, verzog dann aber (46.). Den Freiburgern schien langsam die Zeit wegzulaufen, aber dann wurde die Hammond-Reihe der Füchse zu offensiv. Nach einem langen Pass war Billich allein vor dem Tor und konnte im letzten Moment auf Pither querlegen, der aus Nahdistanz Cüpper keine Chance ließ (49.). Und dann drehten die Freiburger das Spiel. Murphy beging hinter der gegnerischen Grundlinie ein Foul, die Gastgeber griffen bei angezeigter Starfe mit sechs Feldspielern an. Nach einem Rückpass traf Pageau mit einem Direktschuss zum 2:1 (53.). Aber die Füchse hatten eine Antwort. Reichel erkämpfte im Angriffsdrittel den Puck, spielte auf den freien Karrer, der sah, dass Andres den Schläger vor dem Tor auf dem Eis hatte und genau dorthin spielte – 2:2 (54.). Aber wieder die Hammond-Reihe kassierte wenig später den nächsten Gegentreffer. Billich legte nach einem Konter ab auf Spornberger, der mit einem Handgelenkschuss Cüpper überwand (55.). In den verbleibenden Minuten versuchten die Füchse alles, nahmen auch Torwart Cüpper vom Eis, aber es reichte nicht zu einer erneuten Antwort.

Nun muss am Sonntag ein Sieg her, gegen den Tabellenletzten Crimmitschau, der am Freitagabend allerdings auch das Spitzenteam Heilbronn forderte.

Statistik

EHC Freiburg – Lausitzer Füchse 3:2 (0:0, 0:1, 3:1)

Tore:
0:1 Mike Hammond 20:39 (Assist: George, Ross)
1:1 Luke Pither 48:20 (Billich, Pageau)
2:1 Nick Pageau 52:36 (Pither, Billich)
2:2 Tomas Andres 54:07 (Karrer, Reichel)
3:2 Peter Spornberger 55:31 (Pither, Billich) EHC Freiburg

EHC Freiburg
Tor: Meisner
Abwehr: Spornberger, Pageau – Brückmann, Kurz – Rießle, Neher – Pruden
Sturm: Billich, Pither, Allen – Linsenmaier, Spiro, Kunz – Saakyan, Ustorf, Wittfoth – Betzold, Kolb, Herm

Lausitzer Füchse
Tor: Cüpper
Abwehr: Monteith, Granz – Keussen, Karrer – Pozivil, Kania
Sturm: Farmer, Murphy, Breitkreuz – George, Hammond, Ross – Reichel, Nogard, Andres – Boiarchinov, Schwamberger, Kuschel

Schiedsrichter: Erich Sangaitis, Sascha Westrich
Strafen: Freiburg 6, Füchse 8
Zuschauer: 2.598