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Weißwasser

Lausitzer Füchse stoppen den Negativtrend

Nach dem Sieg in Bietigheim findet der zuletzt so schimpfende Trainer Corey Neilsson lobende Worte.

Tomas Andres (links) hat in Bietigheim seine Torgefährlichkeit gezeigt. Der Deutsch-Tscheche traf zum vorentscheidenden 1:3.
Tomas Andres (links) hat in Bietigheim seine Torgefährlichkeit gezeigt. Der Deutsch-Tscheche traf zum vorentscheidenden 1:3. © Thomas Heide

Welch ein Unterschied binnen zwei Tagen: Während Füchse-Trainer Corey Neilsson am Freitagabend nach der 1:4-Niederlage gegen Ravensburg und der Reporterfrage, was aus dem positiven Entwicklungsprozess seiner Mannschaft geworden sei, fast zu platzen schien und verzweifelt wirkte, hatte er 46 Stunden später in Bietigheim ein entspanntes Lächeln im Gesicht und fand nur lobende Worte für seine Spieler. Am Freitag hatte er noch gezweifelt, ob vor allem seine Spieler das umsetzen können, was er fordert: „Wir haben eben nicht mehr Adam, Schiemenz, Jahnke oder Ustorf. Ich schneide von jedem Spiel 180 Szenen, um den Spielern individuell zu zeigen, wie sie sich verhalten sollen. Aber dann machen wir immer wieder die selben Fehler“ – und nach einem weiteren Redeschwall: „Wir müssen Geduld haben.“

Lange gedauert hat es nicht. Denn diesmal spielten die Füchse wie verwandelt, auch wenn man nach nur 29 Sekunden fürchten musste, dass es erneut nach hinten losgeht. Die Füchse hatten schnell gewechselt, dabei aber den Bietigheimer Norman Hauner übersehen, der auf der wechselbankfernen Seite völlig frei angespielt wurde, ein paar Schritte ins Drittel lief und Füchse-Torwart Mac Carruth mit einem Schuss in die lange Ecke keine Chance ließ. Auch in den Minuten danach hatten die Gastgeber mehr vom Spiel, machten viel Druck, schossen viel aufs Tor, und die Füchse hatten im Gewusel nach so manchem Abpraller etwas Glück, die Situation nach klären zu können. So nach und nach aber fanden die Füchse ins Spiel. Clarke Breitkreuz hatte die erste gute Chance. Auf der anderen Seite schoss Cabana nach einem Solo über das Tor und scheiterte Brett Breitkreuz, der Bruder des Füchse-Kapitäns, am erneut starken Carruth, nachdem er Verteidiger Mik hatte aussteigen lassen. Dann aber schlugen die Füchse zu: Jordan George spielte mit einem einzigen Pass die gesamte Bietigheimer Abwehr aus, Mike Hammond ließ sich die Chance nicht entgehen, zimmerte den Puck zum Ausgleich ins Netz (14.). Und als George wenig später für Robert Farmer auflegte und dieser direkt abzog (17.) stand es 1:2. Wenig später misslang Hammond in einer 2:1-Situation der Querpass, und auf der anderen Seite traf Laub nach einer starken Einzelaktion nur den Innenpfosten, sodass die Füchse mit einer knappen Führung in die Kabinen gingen.

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Das hohe Tempo spielten beide Mannschaften auch im Mitteldrittel. Chancen gab es auf beiden Seiten, zunächst mit Vorteilen für die Füchse. Reichel hatte nach Schwamberger-Querpass eine Riesenchance, scheiterte aber an Bietigheims Torwart Brenner, wie auch Andres im Nachschuss (25.). Und bei einem 2:1-Konter spritzte ein Steelers-Verteidiger im letzten Moment in den Querpass von Hammond, George versuchte noch, die daraufhin fliegende Scheibe in Baseball-Manier aus der Luft zu nehmen, traf aber nicht. Auf der anderen Seite war Torwart Carruth nach einem Reichel-Puckverlust im letzten Moment zur Stelle und bleib auch gegen Brett Breitkreuz Sieger, der danach im Torraum mit Carruth aneinander geriet. Es blieb aber bei der knappen Führung der Füchse.

Das Schlussdrittel gehörte dann zunächst Weißwasser, bis auf die erste Minute, in der die Füchse zwei Unterzahlkonter zuließen. Aber Mac Carruth war zur Stelle. Danach gewannen die Füchse die Oberhand. Boiarchinov, der diesmal in der ersten Reihen neben George und Hammond stürmen dürfte, hatte eine Doppelchance, Pozivil schoss gefährlich aufs Tor. Dann gelang bei angezeigter Strafe der Treffer zum 1:3, der den Bietigheimern wohl den Glauben an eine Wende in dieser Partie nahm. Schwamberger lief in das Drittel, behielt die Übersicht und spielte zurück auf Andres, der mit einem Direktschuss traf (48.). Danach konzentrierten sich die Füchse darauf zu verteidigen, waren dabei teilweise sehr passiv, sodass nahezu ein Powerplay der Gastgeber zustande kam. Aber so richtig gefährlich wurde es nur selten. Die Schüsse aus der Distanz gingen vorbei oder wurden eine Beute von Torwart Carruth. Und ab und zu setzten die Füchse Nadelstiche. Drei Minuten vor Schluss nahm Bietigheim den Torwart vom Eis und rannte bedingungslos an. Aber weiterhin hielten die Füchse dem Druck stand, und als sie sich (endlich) befreien konnten, hatten sie keine Mühe. Clarke Breitkreuz freizuspielen, der zum 1:4 einnetzte und damit das Bruderduell gewann.

Viel Zeit zur Freude haben die Füchse nicht. Rund 48 Stunden nach der Schlusssirene werden sie wieder aufs Eis gehen – am Dienstagabend (20 Uhr) zum Sachsenderby in Crimmitschau.

Statistik

Bietigheim Steelers – Lausitzer Füchse 1:4 (1:2, 0:0, 0:2)

Tore:
1:0 Norman Hauner 0:29 (Schoofs, Owens)
1:1 Mike Hammond 13:15 (George, Monteith)
1:2 Robert Farmer 16:28 (George, Monteith)
1:3 Tomas Andres 47:45 (Schwamberger, Mik)
1:4 Clarke Breitkreuz (Empty Net, Farmer, Murphy)

Bietigheim Steelers
Tor: Brenner
Abwehr: Hüfner, Owens – Stephan, Schüle – Prommersberger, Ribnitzky
Sturm: Schoofs, Hauner, Cabana – B. Breitkreuz, Preibisch, McKnight – Zientek, Swinnen, Laub – Kneisler, Wenzel, Ledlin

Lausitzer Füchse
Tor: Carruth
Abwehr: Monteith, Kania – Pozivil, Granz – Mik, Karrer – Fern
Sturm: Boiarchinov, George, Hammond – Farmer, Murphy, Andres – Schwamberger, Breitkreuz, Rentsch – Kuschel, Strodel, Reichel

Schiedsrichter: Bastian Haupt, Martin Holzer
Strafen: Bietigheim 4 + 10 (Stephan), Füchse 4
Zuschauer: 3.580