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Lausitzer Füchse verlieren Overtime-Krimi

Beim 1:2 in Bayreuth gehen die Füchse in Führung. In der Verlängerung fehlt auch das Quäntchen Glück.

© Thomas Heide

Von Frank Thümmler

Schade – nur wenige Zentimeter haben am Auswärtssieg der Lausitzer Füchse in Bayreuth und einer 2:0-Führung in der Play-down-Serie gefehlt. Der Puck sprang in der Verlängerung an den Pfosten des Gastgebertores, wenig später trafen die Bayreuther entscheidend. Lange darüber nachdenken können und dürfen die Füchse nicht. Schon am Sonntag kommt es zum nächsten Duell. Aber eines scheint nach den zwei sehr engen Spielen (das erste gewannen die Füchse mit 4:3) schon jetzt klar: Das wird eine schwierige, enge Serie – vielleicht über sieben Spiele.

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Die Ansage des Bayreuther Coaches nach dem ersten Spiel, es müsse noch viel mehr Härte in die Partie, setzten die Gastgeber sofort um. Nach 15 Sekunden kassierte ein Füchse-Verteidiger den ersten Check, als er den Puck schon längst gespielt hatte, 20 Sekunden später wurde Boiarchinov gecheckt, lange, nachdem der Puck schon gespielt war. Der zweite Check hatte Folgen , aber nur für den Füchse-Spieler, der verletzt liegen blieb und nicht mehr weiterspielen konnte. Ansonsten fiel auf, dass das Abtasten des ersten Spieles diesmal wegfiel. Beide Mannschaften versuchten offensiv, auf ein Tor zu spielen. Die Füchse erspielten sich dabei deutlich mehr Chancen, scheiterten aber immer wieder am sehr stark haltenden Vosvrda im Bayreuther Tor. Er rettete gegen Ranta und Owens (4.), gegen Hayes, der aus dem Bullykreis frei zum Schuss kam (9.), erneut Ranta (16.) und schließlich gegen Warttig und im Nachschuss gegen Stöber, der im Gegensatz zum ersten Play-down-Spiel dabei war und die vierte Reihe vervollständige. Auf der anderen Seite hatten die Füchse bei einem abgefälschten Schuss, der als Bogenlampe außer Sicht des Füchse-Torwarts Maximilian Franzreb war und knapp am Tor vorbeiging. Dann musste Franzreb Bei einem 3:2-Konter nach einem Mücke-Puckverlust sein Können zeigen, blieb aber gegen Schuss und Nachschuss erfolgreich (19.).

Im Mitteldrittel kamen dann die Gastgeber etwas besser ins Spiel. Zunächst auf der einen Seite hatte Ranta eine Chance, Sekunden später Luciani auf der anderen. Dann verlor Jahnke den Puck im eigenen Drittel, Franzreb rettete gegen den allein auf ihn zulaufenden Stas. Später rettete er auch gegen Bartosch und Kolozvary im Nachschuss (29.), Pavlu traf das Außennetz des Füchse-Tores. Dann hatte Füchse-Stürmer Kuchejda einen starken Auftritt. Er kurvte um das Bayreuther Tor und scheiterte knapp an Torwart Vosvrda. Wenig später kam er erneut an den Puck, wieder war Vosvrda Sieger, erst gegen einen Schuss aus drei Metern und auch gegen den Nachschuss. Überzahlen hatten bis Ende des Mitteldrittels auf beiden Seiten nichts gebracht, auch relativ wenige Torchancen. Dann aber schlugen die Füchse zu. Nachdem Schmidt eine Riesenchance nach einem Hayes-Querpass noch vergeben hatte, war Eriksson mit einem Direktschuss erfolgreich (39.). Die Füchse gingen mit dem so wichtigen Vorsprung ins Schlussdrittel.

Dort dominierten zunächst die Defensivreihen. Keiner der Mannschaft gelang es, klare Chancen herauszuspielen. Wie schnell es im Eishockey geht, zeigte die 45. Minute. Der Bayreuther Geigenmüller brachte die Scheibe Richtung Tor, sie prallte von einem Verteidiger ab und fiel Bartosch vor die Schlittschuhe. Der konnte aus drei Metern zum Ausgleich einnetzen. Danach wollte keine Mannschaft mehr einen Fehler machen. Die Nächste herausragende Chance hatte Füchse-Verteidiger André Mücke, der, freigespielt von Eriksson, aus wenigen Metern an Vosvrda scheiterte. In der Schlussminute aber waren die Gastgeber dem Siegtreffer mehrfach nahe. Erst rettete Franzreb 60 Sekunden vor Schluss stark gegen einen platzierten Schuss von Gams, dann hatte 15 Sekunden vor der Sirene Heider eine Doppelchance, aber erneut war Franzreb zweimal zur Stelle und hielt seine Mannschaft im Spiel.

Die Verlängerung war, wie sollte es auch anders sein, nichts für schwache Nerven. Luciani gab den ersten Schuss aufs Füchse-Tor ab, aber Franzreb hielt. Dann machte die erste Füchse-Reihe mächtig Druck. Owens täuschte einen Schuss an, Ranta leitete Richtung Tor weiter, aber Vosvrda hielt. Im Gegenzug lief Geigenmüller allein aufs Füchse-Tor zu, aber Franzreb hielt. Dann hatte Hayes Pech, dessen Schuss von Torwart Vosvrda an den Pfosten sprang. Das Spiel ging rauf und runter, zwischenzeitlich vergaßen die Fans fast, ihre Teams anzufeuern, so Hoch war die Spannung. Dann aber fiel der entscheidende Treffer, für die Bayreuth Tigers. Stas zog vor das Tor und konnte nicht aufgehalten werden. Sein versuch konnte zwar geblockt werden, aber die Scheibe sprang zur Seite zu Luciani, der sie aus spitzem Winkel versenkte.

Die Bayreuther trafen sich zur Siegertraube, die Füchse gingen mit hängenden Köpfen vom Eis. Am Sonntag gilt es, zu Hause wieder in Führung zu gehen.

Statistik

Bayreuth Tigers – Lausitzer Füchse 2:1 n. V. (0:0, 0:1, 1:0)

0:1 Anders Eriksson 38:50 (Überzahl, Assist Owens, Hayes)

1:1 Michal Bartosch 45:23 (Kolozvary, Geigenmüller)

2:1 Anthony Luciani 68:21 (Stas, Linden)

Bayreuth Tigers

Tor: Vosvrda

Verteidigung: Heider, Linden – Neher, Potac – Gerstung, Müller – Mayer

Sturm: Pavlu, Stas, Luciani – Kolozvary, Geigenmüller, Bartosch – S. Busch, F. Busch, Gläser – Voronov, Gams

Lausitzer Füchse

Tor: Franzreb

Verteidigung: Bär, Owens – Geiseler, Mücke – Kania, Adam Kohl – Hoffmann

Sturm: Boiarchinov, Hayes, Ranta – Eriksson, Neuert, Tegkaev – Jahnke, Kuchejda, Götz – Adam, Schmidt, Warttig

Schiedsrichter:

Elvis Melia, Patrik Gogulla

Strafen:Weißwasser 6, Bayreuth 6

Zuschauer: 1 995