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Weißwasser

Im Ziel nach erstem Tagebau-Marathon

Einmal rund um den Nochtener Tagebau – für Bodo Raschke und einige Lausitzer Heideläufer ging ein Traum in Erfüllung.

Bodo Raschke durchläuft jubelnd das Zielband.
Bodo Raschke durchläuft jubelnd das Zielband. © Lausitzer Heideläufer

Nochten. Obwohl der begeistere Ausdauerläufer Bodo Raschke schon hunderte Läufe absolviert hat, ließ ihn seit Jahren eine Idee nicht mehr los: Er wollte unbedingt komplett den Tagebau Nochten zu Fuß umrunden. Unzählige Male ging es nach der Arbeit vom Kraftwerk Boxberg in Richtung Weißwasser laufend nach Hause, entweder über den Radweg durch Nochten oder über die Spree-Straße, Mulkwitz und Schleife. Aber sein Traum war es, alles in einem kompletten Lauf zu schaffen. Nach seinen Überlegungen müsste es genau eine Marathondistanz sein.

Um diese Strecke nicht allein laufen zu müssen und für eine reibungslose Organisation bedarf es natürlich Mitstreiter. Bei verschiedenen Treffen seiner Laufgruppe, den „Lausitzer Heideläufern“, warf er seine Idee in die Runde. Sie wurde begeistert aufgenommen. Seit Herbst des vergangenen Jahres wurde dann die Planung für dieses private Laufevent in Angriff genommen. Die Laufstrecke für diesen Marathon musste vermessen werden, Verpflegungsstellen wurden geplant und Fahrzeuge für Teilstreckenläufer waren notwendig.

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Die gesamte Vorbereitung lief sehr gut, und der erste Termin stand für den 5. April fest. Als Mitte März die Corona- Vorschriften erlassen wurden, musste alles noch einmal verschoben und neu geplant werden. So verständigten sich schließlich alle Betreuer und Läufer auf Sonntag, den 28. Juni.

Applaus auch von den Anwohnern

Der Start war unweit des Turmes am Schweren Berg am Radweg nach Nochten. Insgesamt nahmen 18 Läufer die verschiedenen Einzelstrecken unter die Laufschuhe: Sieben Läufer meldeten sich für den Marathon, zwei für den Halbmarathon, fünf für die Zwölf-Kilometer-Strecke und vier Läufer für die Fünf-Kilometer-Distanz an. Auf Grund der sommerlichen Bedingungen mit erwarteten 30ºC und großer Schwüle wurde die Startzeit auf morgens 8 Uhr festgelegt. Um die Läufer ausreichend mit Getränken und Nahrung versorgen zu können, wurden insgesamt zwölf Verpflegungspunkte eingerichtet. Sie wurden von den Läufern begeistert angenommen, da sie auch mit viel Liebe und Engagement, Musik und Beifall der Betreuer gestaltet wurden. Zusätzlich haben viele Anwohner und Zuschauer spontan die Läufer unterstützt – mit frischen Getränken, Gartenduschen und anerkennendem Applaus.

Das Ziel wurde in die Grünstraße nach Weißwasser gelegt. Den letzten Kilometer liefen bei sengender Hitze nach 42.195 Metern alle gestarteten Athleten gemeinsam. Unter großem Beifall durchlief Bodo Raschke, der hier seinen mittlerweile 96. Lauf über die Marathondistanz beendete, das Zielband und nach ihm alle anderen Läufer. Wie bei den großen Marathonveranstaltungen üblich, erhielten alle Läufer ihre Teilnahmeurkunde und alle Beteiligten eine Erinnerungsmedaille.

Nach einer individuellen Erholungsphase trafen sich am Abend alle Läufer und Betreuer zu einer zünftigen Abschlussparty. Neben Getränken und gutem Essen zum Auffüllen der Energiespeicher wurde getanzt und gesungen. Die Freude über den gemeinsamen Erfolg, die einzelnen Strecken gemeistert und gesund in das Ziel gebracht zu haben, ließ den Tag zu einem unvergesslichen Event für alle werden.

Veronika Raschke

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