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Lausitzer Seenland wird um Jahre später fertig

Die Flutung dauert länger, die Investitionen stocken. Das hat Folgen für die ambitionierten Tourismuspläne.

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© dpa

Von Thomas Schade

Hoyerswerda. Im Lausitzer Seenland macht zurzeit vor allem zweierlei Spaß: Radfahren und Skaten. Wassersportler müssen dagegen noch längere Zeit mit Einschränkungen rechnen.

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Wie der Bergbausanierungsbetrieb LMBV bestätigt, dauert insbesondere die Flutung einiger Tagebaurestlöcher länger als ursprünglich vorgesehen. LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber nannte in diesem Zusammenhang den Sedlitzer und den Großräschener See in Brandenburg, deren endgültiger Wasserstand voraussichtlich erst ein Jahr später erreicht sein wird. Auch der Partwitzer See in Sachsen, der bereits 2012 weitgehend geflutet sein sollte, habe den endgültigen Wasserstand noch nicht erreicht. Der Wiederanstieg des Grundwassers werde in einigen Regionen ebenfalls verlangsamt.

Nach Auskunft der LMBV sind diese Maßnahmen eine Folge des neuen Sicherheitsdenkens im bundeseigenen Bergbausanierungsbetrieb, der seit 1990 in den Bergbaurevieren Mitteldeutschland und Lausitz ausgekohlte Tagebaue zu Bergbaufolgelandschaften umgestaltet. Nach dem Unglück von Nachterstedt 2009 und mehreren Rutschungen in der Lausitz wurden zahlreiche bereits sanierte Tagebaue erneut untersucht. „Wir gehen jetzt mit größerer Demut an diese Aufgabe, um keine weiteren Menschenleben zu gefährden“, sagt LMBV-Sprecher Steinhuber. Aus diesem Grund dauere die Sanierung teilweise länger. Zur Gefahrenabwehr habe man zudem großflächige Gebiete noch einmal gesperrt. In der Lausitz sind davon aktuell 102 Seen mit einer Wasserfläche von mehr als 10.000 Hektar betroffen.

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Deshalb trage derzeit vor allem das 180 Kilometer lange Radwegenetz dazu bei, die touristische Attraktivität des Seenlandes zu stabilisieren, sagt Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland. Trotz der Einschränkungen sei aber auch Wassersport möglich. Wie die Tourismusmanagerin erklärt, halte das Seenland dennoch an dem ehrgeizigen Ziel von jährlich 1,5 Millionen Übernachtungen fest. Es werde vermutlich später erreicht, weil die Entwicklung des Tourismus vom Fortschritt der Bergbausanierung abhängig ist. Im vergangenen Jahr zählte man im Seenland etwa 500.000 Übernachtungen. Die Gäste blieben im Durchschnitt drei Tage in der Region. Mittlerweile geht man davon aus, dass die 1,5-Millionen-Marke nicht wie vorgesehen 2020, sondern erst 2025 erreicht wird.

Auch Investitionen sind ins Stocken gekommen. So liegen die Pläne für eine Lagunensiedlung auf dem Sedlitzer See auf Eis. Die Fahrgastschifffahrt zwischen den Seen wird frühestens 2015 aufgenommen.