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Bautzen

Was sich Lausitzer wünschen

Die Zukunftswerkstatt Lausitz hat mit mehr als 3.000 Menschen über die Region gesprochen. Der Dialog geht weiter – mit einem konkreten Ziel.

Busse fahren, doch die Lausitzer wünschen sich, dass der Nahverkehr verbessert wird. © Steffen Unger

Bautzen/Crostwitz. Viele Besucher des Folklorefestivals am vergangenen Sonnabend in Crostwitz staunten nicht schlecht, als sie am Straßenrand fast über eine große Landkarte stolperten. 

Da lag die Lausitz vor ihnen ausgebreitet – vom Berliner Süden bis ins Dreiländereck. Wie Sommersprossen klebten auf der Karte etwa 200 bunte Punkte, und im Laufe des Tages kamen noch einige dazu. Jeder Punkt markiert einen Lausitz-Schatz, vorgeschlagen von Einwohnern der Region. So bekam in den letzten Wochen beispielsweise der Naturpark Bautzen einen grünen Punkt in der Kategorie „Natur und Draußen“, der Zoo Hoyerswerda eine rote Markierung als „Wohlfühlort/Lieblingsplatz“, und Königswartha wurde pinkfarbig für „Zusammenhalt und Engagement“ gelobt. 

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Die Punkte wanderten überall dort auf die Karte, wo die Zukunftswerkstatt Lausitz mit Einwohnern ins Gespräch kam. Und das war seit Anfang Juni an immerhin 50 Orten zwischen Königs Wusterhausen und Zittau der Fall – auf Märkten, bei Veranstaltungen oder Festen, wie jüngst in Crostwitz. Frank Müller von der Zukunftswerkstatt Lausitz blickt zufrieden auf die Gespräche zurück: „Wir konnten mit mehr als 3 000 Menschen reden und sie fragen, was aus ihrer Sicht die Region so besonders macht. Und natürlich auch, wo der Schuh drückt.“

Das Interesse der Lausitzer, mitzureden und mitzugestalten, sei erfreulich groß, resümiert Frank Müller. Besonders einige Punkte hätten sich in den Gesprächen herauskristallisiert. So lobten viele Lausitzer die schöne Natur, die Möglichkeiten zur Erholung und die Sehenswürdigkeiten. Auf der Wunschliste ganz oben stehen ein besserer Nahverkehr, Autobahn-Anschlüsse und höhere Löhne.

Es wird weitere Gespräche geben

Auf die spontanen Gespräche mit Markt- und Festbesuchern folgt im September der Dialog mit persönlich eingeladenen Gästen. In Zusammenarbeit mit den Meldeämtern in der Region werden nach dem Zufallsprinzip Adressen ausgewählt. „Wir wollen einen möglichst breiten Querschnitt der Bevölkerung einladen“, sagt Frank Müller. An fünf Sonnabenden will die Zukunftsinitiative in Cottbus, Görlitz, Hoyerswerda, im Tropical Islands sowie in der ehemaligen Brikettfabrik Louise mit jeweils 50 bis 100 Lausitzern über Zukunftsthemen sprechen. „Gemeinsam mit Lausitzern und Fachleuten aus der Region sollen konkrete Vorstellungen für die Zukunft entwickelt und diskutiert werden“, erklärt der Sprecher der in Bad Muskau angesiedelten Zukunftswerkstatt. Diese gehört zur Wirtschaftsregion Lausitz GmbH, die wiederum eine gemeinsame Tochtergesellschaft der Landkreise Bautzen, Görlitz, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Dahme-Spreewald sowie der kreisfreien Stadt Cottbus ist. Wer nicht persönlich zum Lausitz-Dialog eingeladen wird, kann trotzdem mitdiskutieren – auf der Internetseite der Zukunftswerkstatt.

All das geschieht nicht zum Zeitvertreib, sondern mit einem konkreten Ziel: Zum ersten Mal soll die Lausitz ein Leitbild für die Zukunft erhalten. Dieses soll im Herbst 2020 fertig sein. „Bisher wurden immer scheinbar wahllos Ideen und Visionen verbreitet“, erklärt Müller. „Aber es gibt noch keinen Rahmen, in den manche Ideen hineinpassen, manche aber auch nicht.“ Dieser Rahmen soll das Leitbild werden.

www.zw-lausitz.de