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Der Traum von der Formel 1 in der Lausitz

Michael Schumacher im Ferrari auf diesem Ring – die Hoffnung bei der Eröffnung vor 20 Jahren war groß und die Realität anschließend eine andere.

So sah es vor gut 20 Jahren auf dem Lausitzring aus.
So sah es vor gut 20 Jahren auf dem Lausitzring aus. © dpa/Ralf Hirschberger

Von Jens Marx

Klettwitz. Noch vor dem Tag der Eröffnung nahm der damalige Lausitzring-Manager Kontakt mit Bernie Ecclestone auf. Wenn nicht der umtriebige Brite, wer sonst könnte die Formel 1 in eine kleine Gemeinde namens Schipkau im Landkreis Oberspreewald-Lausitz bringen, dürfte er sich gedacht haben. Ecclestone war seinerzeit der große Zampano. Die Königsklasse des Motorsports erlebte ihre Hochzeit. „Wir sind in ständigen Verhandlungen mit dem Ziel, ab 2002 die Formel 1 nach Brandenburg zu holen“, erklärte Geschäftsführer Hans-Jörg Fischer.

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Schließlich waren es die Jahre, in denen die Fans in Massen an die Strecken kamen. Es war die rote Michael-Schumacher-Ära, in der der inzwischen 51-Jährige seine Titelsammlung durch die fünf WM-Erfolge mit Ferrari von 2000 bis 2004 auf sieben Siege aufstockte. Der Hockenheimring in Nordbaden und der Nürburgring in der Eifel waren feste Bestandteile des Rennkalenders, der bei weitem noch nicht derart weltumspannend war wie jetzt – wenn nicht gerade Corona-Notsaison ist.

Kein Veranstalter fragt bei der Dekra als Besitzerin an

Die Verantwortlichen des Lausitzrings, der 1986 bereits in einem Fünfjahrplan der DDR stand, hatten das Ziel, Hockenheim abzulösen. Doch diese Hoffnung mussten sie zwei Jahre nach der festlichen Eröffnung des Kurses am 20. August 2000 begraben. Jetzt ist die Formel 1 durch die Pandemie auf der Suche nach möglichen Austragungsorten. Ein Rennen in Deutschland hätte es 2020 eigentlich nicht gegeben – schon gar nicht auf dem Nürburgring, auf dem zuletzt 2013 ein Grand Prix stattfand. Doch es kommt anders: Die Rennserie kehrt im Oktober in die Eifel zurück.

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Der Lausitzring bleibt außen vor. Es sei bisher „kein Veranstalter mit der Frage an uns herangetreten, ob die Ausrichtung eines Formel-1-Rennens möglich wäre“, teilte die Dekra als Besitzerin des Kurses mit. „Sollte eine solche Anfrage kommen, würden wir selbstverständlich die Möglichkeiten prüfen.“ Seit beinahe drei Jahren ist die Prüfgesellschaft die Eigentümerin des Lausitzrings, in dessen Bau auf einem ehemaligen Tagebaugebiet einst Fördermittel des Landes Brandenburg von gut 120 Millionen Euro geflossen waren. (dpa)

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