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Lauter leise Lader

Laute Motorengeräusche und Autoabgase sollen in Dresden in einigen Jahren von den Straßen verschwinden. Doch wie soll das gelingen?

© Ronald Bonß

Von Jana Mundus

Das Ziel ist: leiser und sauberer. Laute Motorengeräusche und Autoabgase sollen in Dresden in einigen Jahren von den Straßen verschwinden. Das Fahren soll sicherer und komfortabler werden. Die Stadt feilt an ihrem Image als Modellstadt für Elektromobilität. Nicht nur die dementsprechende Grundsatzvereinbarung mit Volkswagen Sachsen vor gut einem Jahr soll dazu beitragen. Verschiedene Forschungseinrichtungen in Dresden sind auf der Suche nach neuen Konzepten für das Fahren der Zukunft. Doch damit ihre Ideen auf die Straßen kommen, ist die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft wichtig.

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In der Johannstadt haben es Innovationen nicht weit. Sie müssen nur um die Ecke. Kurz ist der Weg zwischen dem Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden und der Leichtbau-Zentrum Sachsen GmbH (LZS). Letztere wurde 2008 als Ableger des Instituts gegründet. Beide Einrichtungen arbeiten immer wieder an Projekten auf dem Gebiet der Elektromobilität. „Wir entwickeln für Kunden ganz spezifische Lösungen“, sagt der Vorsitzende LZS-Geschäftsführer Ulf Martin. Oft werden dafür auch Forschungsergebnisse des ILK aufgegriffen. Wissens- und Technologietransfer ganz praktisch.

Ein gutes Beispiel dafür ist eine neuartige B-Säule für den Autohersteller Porsche, die ILK und LZS gemeinsam entwickelt haben. Diese Säulen verbinden in der Mitte des Autos den Fahrzeugboden mit dem Dach. Bei einem möglichen Unfall samt Überschlagen des Wagens kommt ihnen unter anderem die wichtige Rolle zu, das Auto zu stabilisieren. Da für Elektroautos aber das Fahrzeuggewicht eine große Rolle spielt, müssen auch für diese sonst stählernen Bauteile neue Ideen gefunden werden. „Wir haben für die B-Säule Stahl mit einem faserverstärkten Thermoplast verbunden“, erklärt Maik Gude, Professor für Leichtbaudesign und Strukturbewertung am ILK. Das Endergebnis imitiert alle wichtigen Eigenschaften herkömmlicher B-Säulen aus Stahl. Hat aber noch einige Vorteile aufzuweisen: Es ist leichter und kann zudem schneller produziert werden. Material wird eingespart, die Kosten fallen geringer aus.

Dass das Thema Elektromobilität in Dresden Zukunft hat, davon sind Gude und Martin überzeugt. „Die Voraussetzungen, in Hinblick auf Forschung und Wirtschaft, sind so gut, dass sich die Stadt auf diesem Gebiet deutschlandweit positionieren kann“, sagt Gude. Wichtig sei dafür auch, die Dresdner für das Thema zu begeistern. „Das funktioniert am besten, wenn E-Autos ins Straßenbild gebracht werden“, sagt Martin. Das wecke auch Emotionen. „Die Leute müssen sehen, dass das Fahren solcher Elektrofahrzeuge Spaß macht.“ Das Fahrgefühl sei ein komplett neues. Für weitere Anreize könnte auch die Stadt Dresden sorgen. Etwa mit kostenlosen Parkplätzen für Elektrofahrzeuge oder der Erlaubnis, dass sie die Busspur nutzen dürfen.

Doch auch die Wirtschaft muss weiter für das Thema aufgeschlossen werden. ILK und LZS engagieren sich auch deshalb beim Projekt Forel. Forschungszentren aus Deutschland arbeiten auf dieser Plattform mit der Industrie zusammen. Es geht um die Entwicklung von hochmodernen, leichten Materialien für den Bau der E-Fahrzeuge. Für Dresden ist dabei etwas Besonderes vorgesehen. An einem deutschlandweit einzigartigen Standort soll in Zukunft gezeigt werden, wie solche Materialien und Bauteile produziert werden können. Unternehmen könnten sich in diesem Zentrum die neuen Technologien direkt anschauen.

Vor einigen Tagen waren Ulf Martin und Maik Gude in Breslau. Dort fand der erste sächsisch-polnische Innovationstag statt. Das Thema: Elektromobilität. Polnische und sächsische Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen waren dabei. Die Zusammenarbeit soll in Zukunft auch über Grenzen hinweg funktionieren. „Der Erfahrungsaustausch ist wichtig“, sagt Gude. Mit Blick auf den internationalen Markt könnten davon alle profitieren. Auch die Modellstadt Dresden.