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Lawalder Narren basteln am Jubiläum

Der Karnevalsclub startet in seine 40. Session. Zum runden Geburtstag wünscht sich der Verein viele Gäste.

© Matthias Weber

Von Marcus Scholz

Lawalde. Für Lawaldes Karnevalisten steht statt Witze machen und fröhlich sein derzeit hämmern, sägen und schrauben auf dem Programm. Marco Heilmann, eigentlich Prinz des Lawalder Karnevalsclubs, hat dafür extra seine Prinzenrobe gegen einen Akkuschrauber eingetauscht. Auch Ehefrau Nicole hilft bei den Vorbereitungen mit. Wie es sich für eine echte Karnevalsprinzessin aber gehört, trägt sie währenddessen standesgemäß ihre Krone als Erkennungsmerkmal auf dem Kopf. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen heißt es für die Mitglieder des KCL. Schließlich soll das diesjährige Programm und Bühnenbild im Lawalder Kretscham ein echter Volltreffer werden. Denn, die Narren der Gemeinde feiern ab Sonnabend zwei Wochen hintereinander den 40. Geburtstag ihres Vereins.

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1976 ist es gewesen, als einige Lawalder auf die Idee gekommen sind, im Ort Fasching zu feiern. „Früher war Lawalde für seine Schürzenbälle berühmt. Das ganze Dorf war zu den Bällen auf den Beinen und dann ist irgendwann der Fasching daraus geworden“, sagt Heiko Proft, aktueller Präsident der Lawalder Narren. Seit 2011 schwingt er sein Zepter, ist aber insgesamt schon seit 31 Jahren Mitglied im Verein. Damit gehört er zu den dienstältesten Karnevalisten der Gemeinde. Proft ist stolz darauf, dass der KCL seit nunmehr vier Jahrzehnten regelmäßig zur fünften Jahreszeit einlädt. Die Entwicklung der Faschingskultur bereitet ihm dennoch ab und zu ein wenig Bauchschmerzen. „In den 1980er Jahren schrieb der Lawalder Karneval eine richtige Erfolgsgeschichte. Teilweise gab es damals bis zu zwölf Veranstaltungen“, sagt der Narrenpräsident. Heute ist das anders. Zu gerade einmal vier Sitzungen lädt der Verein in diesem Jahr ein. Als Grund dafür nennt Proft das fehlende Publikum. Früher seien die Leute mehrmals zum Fasching gegangen. Auch, um aus dem Alltag zu entfliehen und einfach Spaß zu haben. Heutzutage würden sich die Leute einmal das Programm ansehen und das sei es dann gewesen, so Proft.

Woran das liegt, das weiß der KCL-Präsident auch nicht so genau. Er kann nur spekulieren. „Vielleicht hängt es daran, dass die Leute im Alltag oder auf Arbeit schon genug um die Ohren haben und deshalb das Wochenende lieber Zuhause in Ruhe erleben wollen“, sagt er. Beim Erstellen des alljährlichen Programms nehmen die Macher des Karnevalsclubs bereits Rücksicht auf solch angenommene Befindlichkeiten. „Früher konnte man noch jede Menge Späße über die Politik machen. Heutzutage wollen die Leute nichts mehr davon wissen“, so Proft. Durch Medien und Beruf seien sie sowieso schon ständig damit konfrontiert. Stattdessen achte der Verein bei seinem Programm auf eine bunte Mischung aus Witzen, Sketchen und Musik.

Die Jubiläumssession, die am Sonnabend um 19.19 Uhr im Lawalder Kretscham beginnt, steht unter dem Motto „40 Jahre – geile Zeit, weiter geht’s, wir sind bereit!“. Hauptfigur des Programms wird ein fiktives Lawalder Karnevalsmitglied sein. „Wir wollen dabei auf lustige Art und Weise die Geschichte eines Narren erzählen“, sagt Präsident Heiko Proft. Sind am 13. Februar die vier angesetzten Veranstaltungen vorüber, können sich die derzeit 49 Mitglieder des Lawalder Karnevalsclubs eine kleine Verschnaufpause gönnen. Der Höhepunkt der eigentlichen Feier zum runden Geburtstag steht dann aber noch bevor. Denn, wenn am 28. Mai in Lawalde Dorffest gefeiert wird, sind auch die Narren wieder mit von der Partie. „Dafür haben wir extra eine große Jubiläumsshow geplant und auch andere Faschingsvereine aus der Umgebung eingeladen“, sagt Proft.

Erst einmal gilt es nun, den Blick auf das sogenannte Tagesgeschäft zu richten. Gefeiert wird wie immer im Lawalder Kretscham. Das ist schon seit jeher so und soll, wenn es nach Heiko Proft geht, auch noch lange so bleiben. „Das hat einfach Tradition und ist als Basis für den Verein enorm wichtig, sagt er. Für die vier Veranstaltungen wünschen sich die Lawalder Karnevalisten ein volles Haus. Schließlich haben sie nicht umsonst wochenlang gehämmert, gesägt und geschraubt.