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Lebensgefährtin mehrfach verletzt

Ein Döbelner steht wegen Körperverletzung vor Gericht. Die Taten leugnet er. Sein Opfer soll als Zeugin auftreten.

© Maurizio Gambarini/dpa

Von Helene Krause

Döbeln. Ein 34-jähriger Mann soll am 8. Dezember vergangenen Jahres in der gemeinsamen Wohnung an der Dresdener Straße in Döbeln seine damalige Freundin vom Sofa gezerrt, ihr in den Rücken und in die rechte Gesäßhälfte getreten haben. Die Frau erlitt Prellungen und Hämatome. Für diesen und zwei weitere Vorfälle erhielt der 34-jährigen einen Strafbefehl. Er sollte ein Bußgeld von 1 200 Euro zahlen. Dagegen ging er in Einspruch. Am Donnerstag kam es nun zur Verhandlung vorm Amtsgericht Döbeln, ihm wird Körperverletzung vorgeworfen.

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Bereits am 24. November und am 7. Dezember 2017 soll es in der Wohnung zu Gewalttaten gegenüber seiner Lebensgefährtin gekommen sein. So soll der Angeklagte sein Opfer im November mehrfach ins Gesicht geschlagen und auch getreten haben. Als die Frau fliehen wollte, soll er sie gegen einen Tisch geschubst haben. Am
7. Dezember soll er ihr den gerade tätowierten Unterarm verdreht haben. Weil er einen Tag später erneut tätlich wurde, zeigte die Geschädigte ihren Peiniger an. Den Polizisten soll sie dabei auch die beiden ersten Vorfälle geschildert haben.

Zu Beginn der Verhandlung weist Richterin Karin Fahlberg den Beschuldigten darauf hin, dass er seinen Einspruch gegen den Strafbefehl zurückziehen kann. „Die Strafe kann unter Umständen teurer für sie werden, als im Strafbefehl angegeben“, so die Richterin. Doch den Einspruch zurückziehen wollte der Angeklagte nicht. Dass er das Opfer geschlagen hat, leugnet er. „Es war nicht so“, sagt er. „Ich habe sie nicht geschlagen und getreten. Ich habe noch nie jemanden geschlagen.“ Den dritten Tatvorwurf gesteht er teilweise. „Sie hat meinen 600 Euro teuren Hubschrauber im Bad ins Wasser geworfen“, gibt er als Grund dafür an, warum es zwischen ihnen zu Streitigkeiten gekommen ist. „Ich war sauer.“ Als er die Wohnung verlassen wollte, soll sie ihn festgehalten haben. „Ich versuchte, mich zu befreien“, schildert er. „Da habe ich sie mitgezogen.“

Seinen Schilderungen schenken weder Richterin Karin Fahlberg noch Staatsanwalt Marcus Schori Glauben. Die Fotos der Verletzungen des Opfers in den Akten des Gerichts sprächen eine andere Sprache, hieß es. Eine Polizeibeamtin, die mit ihren Kollegen vor Ort war, bestätigte als Zeugin, dass der Angeklagte gegenüber seiner Partnerin handgreiflich geworden sein soll. „Er wurde der Wohnung verwiesen“, so die Polizistin. Die Lebensgefährtin, die heute in St. Gallen in der Schweiz lebt, soll im Fortsetzungstermin im August dazu als Zeugin angehört werden.