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Lebensgefahr durch Böllerwurf

Die Sprengsätze, mit denen Mitglieder der sogenannten Gruppe Freital Anschläge auf Flüchtlingswohnungen verübt haben, hätten lebensgefährliche Verletzungen verursachen können.

Dresden. Die Sprengsätze, mit denen Mitglieder der sogenannten Gruppe Freital Anschläge auf Flüchtlingswohnungen verübt haben, hätten lebensgefährliche Verletzungen verursachen können. Ein Rechtsmediziner der Universität Köln schilderte am Dienstag vor dem Oberlandesgericht Dresden die möglichen Folgen der Explosionen vor den Wohnungsfenstern. Versuchsreihen hätten gezeigt, dass bereits einzelne herumfliegende Glas- und Plastiksplitter gravierende gesundheitliche Schäden verursachen können. Schon kleine Verletzungen an der Halsschlagader oder an der Vene hätten zu Herz- und Kreislaufversagen beziehungsweise tödlichem Blutverlust führen können, sagte Professor Markus Rothschild. So ist es wohl eher dem Zufall geschuldet, dass die Bewohner bei den beiden Anschlägen vergleichsweise glimpflich davongekommen sind.

Den Angeklagten wird unter anderem versuchter Mord sowie Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung vorgeworfen. Die Böller explodierten nachts außen an den Fenstern. Die Wirkung der illegalen Sprengsätze sei nur schwer zu berechnen, sagte der Sachverständige. Die Täter sind offenbar ein enormes Risiko eingegangen, als sie die Sprengkörper zündeten. An einem der Tatorte waren die Fenster mit einer Schutzfolie verstärkt worden. Ohne sie wären die Splitter mit einer noch höheren Geschwindigkeit in die Wohnung geschleudert worden. (SZ/lot)