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Lebensgefahr im Hohwald

Forstarbeiter haben noch viele Sturmschäden zu beseitigen. Das hat auch Auswirkungen auf die Besucher im Wald.

© Dirk Zschiedrich

Von Anja Weber

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Neustadt. Die Kettensägen im Hohwald scheinen lauter zu kreischen als sonst und das fast ohne Pause. Ist ein Abschnitt geschafft, geht es sofort zum nächsten. Im Hohwald haben die Waldarbeiter viele Schäden zu beseitigen. Die haben Herwart im Oktober und Friederike im Januar hinterlassen. Revierförster Mike Metka war in den letzten Tagen unterwegs, um die Schäden zu erfassen. An der Beseitigung wird gearbeitet. Doch das kann dauern.

Sachsenforstmitarbeiter Michael Dietze zersägt einen durch den Sturm geborstenen Baum im Hohwald.
Sachsenforstmitarbeiter Michael Dietze zersägt einen durch den Sturm geborstenen Baum im Hohwald. © Dirk Zschiedrich

Er bittet deshalb alle Besucher des Waldes um besondere Vorsicht. „Bereiche, in denen Holzeinschlagsarbeiten stattfinden, sind gesperrt und dürfen insbesondere aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden“, sagt der Revierförster. Es bestehe Lebensgefahr. Die Waldwege dienen zudem als Zufahrt für die Waldarbeiter, für Maschinen, für Holztransporte sowie auch für Rettungskräfte. Derzeit finden die Arbeiten im Hohwald im Bereich Flügel IV und Seiffweg sowie am Hechtlöcherweg statt. Dort soll noch bis zum 28. Februar aufgeräumt werden. Es kann aber auch sein, dass die Waldarbeiter schon eher in ein anderes Gebiet rücken. Deshalb verweist Revierförster Mike Metka darauf, dass Absperrungen und Hinweise auf jeden Fall einzuhalten sind. Aber nicht nur im Hohwaldrevier gilt es, die Sturmschäden zu beseitigen. Im gesamten Gebiet des Forstbezirkes Neustadt gibt es viel zu tun. „Sofort nach dem Sturm haben wir alle planmäßigen Waldpflege- und Forstarbeiten zurückgestellt und alle verfügbaren eigenen und unternehmerischen Arbeitskräfte in die Schadensbeseitigung umgelenkt“, sagt Kerstin Rödiger, Pressesprecherin im Forstbezirk Neustadt. Alle Revierförster haben sich so wie Mike Metka in ihren Forstrevieren einen Überblick verschafft. Als Erstes werde man die Hauptwege freischneiden. Alle Waldarbeiter seien zeitnah durch Spezialisten im Umgang mit dem hochgefährlichen Wurf- und Bruchholz geschult worden, sagt die Sprecherin. Insgesamt seien rund 100 eigene Waldarbeiter und Forstwirtslehrlinge des Sachsenforstes sowie Mitarbeiter beauftragter Firmen gleichzeitig im Landeswald im Einsatz. Die Waldarbeiter werden aktuell durch zwei Harvester- und Forwardersysteme sowie zwei bis drei Seilkransysteme unterstützt. Die Organisation und Betreuung der Arbeiten obliege im Landeswald den elf Revierförstern. „Im Privat- und Körperschaftswald können die betroffenen Waldbesitzer zur Unterstützung die Beratungs- und Betreuungsleistungen der drei Revierförster der Forstreviere Neustadt, Markersbach und Gohrisch in Anspruch nehmen“, sagt Kerstin Rödiger. Die geschädigten Fichten seien vorrangig aus dem Wald zu entfernen, da von diesen eine große Borkenkäfergefahr ausgehen kann. Zudem sollten alle Baumwürfe und Baumbrüche über jungen Bäumen, wie Buchen und Weißtannen, möglichst bis zum Beginn des Frühjahres beseitigt werden, um das Wachstum der jungen Bäume zu gewährleisten. Einzeln liegende Laubbäume oder Kiefern werden im Wald belassen und sind später als Totholz wertvolle Lebensräume für Pilze und Käfer. Waldflächen mit größerem Schaden werden mit Harvester und Forwarder bearbeitet. „In steileren Lagen und nicht befahrbaren Waldbereichen werden wir die verfügbare Seilkrantechnik einsetzen, um das Holz auf die Waldwege zu transportieren“, sagt Kerstin Rödiger. Flächen mit einzelnen Baumwürfen und Baumbrüchen werden durch Waldarbeiter und heimische Firmen mit der Motorsäge aufbereitet. Die Rückung des Holzes erfolge auch hier durch Forstspezialschlepper und Forwarder bis zum Lagerplatz am Waldweg. Nach den Arbeiten werden die Waldwege wieder hergerichtet.