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Lebensgefahr im Stadtwald

In den Wäldern der Stadt müssen kaputte Bäume entfernt werden. Das kann aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

© André Braun

Von Frank Korn

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Die Stadtwerke Döbeln haben den Wunsch der Fans erkannt und verlängern das Winterdorf mit überdachter Eisbahn und beheiztem Hüttengaudi-Festzelt bis 22.12.

Hartha. Betreten verboten! Lebensgefahr, warnen Schilder in der Fröhne und am Stadtwäldchen in Hartha. Dort sind die Zugänge mit rot-weißem Band abgesperrt. Dem Betrachter bietet sich ein Bild der Verwüstung. Fast überall, wo man hinschaut, liegen umgestürzte Bäume. Sie sind abgeknickt wie Streichhölzer, oder gar mitsamt der Wurzeln umgefallen. Teilweise sind die Wege versperrt.

Auch fünf Wochen nach dem Orkantief „Friederike“ sind die beiden Wälder gesperrt und werden erst wieder frei gegeben, wenn keine Gefahr beim Betreten mehr besteht. „Wir haben uns mit dem Forst in Verbindung gesetzt und über die notwendigen Arbeiten verständigt. Mit dem Forstbetrieb gibt es einen sogenannten Betreuungsvertrag. Ob der Forst die Schäden selbst beseitigt oder eine Firma einsetzt, ist ihm überlassen“, sagte Bauamtsleiter Ronald Fischer. Er hofft, dass aufgrund der Vereinbarung keine Kosten auf die Stadt zukommen, der Verkauf des umgebrochenen Holzes soviel einbringt oder vielleicht ein Erlös erwirtschaftet wird. Der Bauamtsleiter bittet darum, dass die Sperrung beachtet wird. Es werde keine Haftung übernommen, wenn jemandem etwas passiere.

Revierförster Dirk Tenzler bittet die Harthaer um Geduld. „Wir haben uns die beiden Wälder mit einem Unternehmer angeschaut. Er unterbreitet uns jetzt ein Angebot. Wann mit der Beseitigung der Schäden begonnen werden kann, steht noch nicht fest“, sagte Tenzler dem Döbelner Anzeiger auf Nachfrage. Dabei sollen nach Auskunft des Revierförsters nicht nur umgestürzte oder abgebrochene Bäume beseitigt werden, sondern auch solche, die anderweitig beschädigt sind. „Die Beseitigung der Bäume kann durchaus ein halbes Jahr dauern“, sagt Tenzler. Man wolle aber auch nichts übers Knie brechen, auch weil es in der gesamten Region Döbeln große Schäden gebe.

Wie sich die Arbeiten in den beiden Wäldern auf geplante Veranstaltungen auswirken, lässt sich demzufolge nicht vorhersagen. So plant der Verein Jugend aktiv Harthe am ersten Maiwochenende seinen Frühjahrscrosslauf im Stadtwäldchen. Der Vereinsvorsitzende Ronny Walter hatte aber signalisiert, dass auch nach einer Ersatzlösung gesucht wird (DA berichtete).

Im sonstigen Stadtgebiet hat der Bauhof Hartha die Beseitigung der Orkanschäden übernommen. „Etwa die Hälfte der Schäden ist beseitigt“, schätzt Bauamtsleiter Ronald Fischer ein. Nur dort, wo Gefahr bestehe, seien Fachleute gefordert. Unterstützung gab es bei der Schadensbeseitigung von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hartha. Entlang der Schlumper in Steina waren viele Bäume umgestürzt. Teilweise hatte es die Wurzeln herausgerissen. Der Landwirtschaftsbetrieb Kutscher aus Saalbach übernahm die Beräumung nach Absprache mit der Stadt Hartha. Die Wurzeln der Bäume sind, soweit das möglich war, wieder in ihre ursprüngliche Lage gebracht worden, um damit das weitere Ausspülen des Bachbettes zu verhindern. „Dabei haben wir die Wurzeln teilweise gekappt, um sie wieder einsetzen zu können“, erklärte Firmenchef Jörg Kutscher. (DA/mit je)