merken

„Lehrermangel ist Alltag“

Der Sprecher des Kreisschülerrates Meißen Fabian Ammer über eine tickende Zeitbombe

© privat

Was sind die größten Herausforderungen, vor denen der Kreisschülerrat (KSR) in diesem Jahr steht?

Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!

Im grünen Herzen des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland sprudelt ein ganz besonderer Schatz: Oppacher Mineralwasser, das überall dort zu Hause ist, wo Menschen ihre Heimat genießen.

Im vergangenen Jahr trat ein Großteil der Mitglieder zurück. Daher ist eine der größten Herausforderungen, den neugewählten Vorstand und die neuen Mitglieder einzuweisen. Das ist wichtig, da die Strukturen nicht immer klar und die Aufgaben relativ anspruchsvoll sind. Außerdem müssen wir schauen, ob die Chemie zwischen den Mitgliedern stimmt. Ohne gegenseitiges Vertrauen kann man auch keine ordentliche Schülervertretung betreiben.

Unterrichtsausfall ist nach wie vor ein großes Problem. Welche Rückmeldungen erhaltet Ihr dazu?

Vor einigen Jahren waren der Lehrermangel und der Unterrichtsausfall auf jeder Sitzung des Kreisschülerrates große Themen, die heiß diskutiert wurden. Die Diskussionen wie auch die Rückmeldungen werden jedoch immer weniger. Das liegt daran, dass der Lehrermangel mittlerweile Alltag geworden ist. In den nächsten Jahren werden sehr viele Lehrer wegen des Ruhestands aus ihrem Amt ausscheiden. Spätestens dann wird es in den Schulen einen Aufschrei geben. Die einzige Möglichkeit, auf den Lehrermangel aufmerksam zu machen, sind Streiks. Einen Streiktag gab es 2016. Leider verdrängen eher unwichtigere Themen die Diskussionen darüber.

Digitale Medien werden in den Schulen bislang eher sparsam verwendet. Setzt sich die Politik stark genug dafür ein?

Die sächsische Regierung hat sich das Ziel gesetzt, die Medienbildung auszubauen. Allerdings wird momentan relativ wenig gemacht, da die finanziellen Mittel fehlen. Wenn man sich vorstellt, dass alle sächsischen Schulen mit digitalen Medien ausgestattet werden sollen und das am besten sofort, dann kommen sehr hohe Summen zustande. Man sollte abwägen, welche Schulen man digitalisiert. Am besten zuerst die, in denen man die meisten Schüler erreicht.

Ein Vorreiter für den gelungenen Einsatz digitaler Medien ist die Kurfürst-Moritz-Schule in Moritzburg. Am BSZ Meißen-Radebeul ist beispielsweise das digitale Klassenzimmer ein Thema. Dort wird über den Einsatz von Laptops und Tablets im Unterricht nachgedacht. Die anderen Schulen müssen nun nachziehen.

Laura Liberski, die Vorsitzende des KSR Meißen, sprach im Jahr 2016 von einem Präventionsprojekt zum Thema Drogen. Wie ist da der aktuelle Stand?

Das Thema Drogen war im Jahr 2016 ein großes Problem. Daher war ein solches Projekt immer ein großes Ziel. Allerdings wurde es nie umgesetzt. Das liegt an der Situation unseres Vorstandes im Schuljahr 2016/17. In diesem Schuljahr war der Kreisschülerrat eher schwach. Allerdings gab es in der Vergangenheit bereits einige Projekte, die über den Kreisschülerrat angeboten und von den Schulen auch erfolgreich durchgeführt wurden. Mittlerweile ist dieses Thema in den Hintergrund gerückt. Verschwunden sind die Drogen aus dem Schulalltag aber nicht.

Was wurde 2017 umgesetzt und was ist für 2018 geplant?

Im vergangenen Jahr waren wir auf den Landesdelegiertenkonferenzen und in verschiedenen Ausschüssen vertreten, bei denen unter anderem das individuelle Lernen zur Sprache kam. Auf dem Kongress „Lern.Zeit.Schule“ haben wir uns mit Schülern aus anderen Bundesländern, Österreich und der Schweiz ausgetauscht. Zudem gibt es eine neue Internetseite, auf der man sich über die Arbeit des KSR informieren kann. Für 2018 planen wir ein Projekt mit dem Titel „Nacht der Demokratie“. Dabei sollen Schüler die Möglichkeit bekommen, sich zwei Tage lang über Demokratie auszutauschen.

Wie seid Ihr mit der Unterstützung Eurer Arbeit zufrieden?

Ich wünsche mir, dass man seitens der Politik noch mehr darauf aufmerksam macht, dass eine Schülervertretung viel bewegen kann. Schüler haben durchaus gute und konstruktive Ideen und bieten umsetzbare Lösungsvorschläge.

Das Gespräch führte Paul Jonas Grunze.