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Lehrernot an Lugaer Grundschule

Seit Monaten ist die Situation für die Kinder dramatisch. Die Eltern sind stinksauer.

© Archivbild: S. Füssel

An der 90. Grundschule werden die Auswirkungen des Lehrermangels derzeit besonders drastisch deutlich. Eine Lehrerin ist schon seit Ende vergangenen Jahres krank, eine Vertretungslehrerin, die eine Anstellung bekommen hatte, darf nicht mehr arbeiten – sie ist schwanger. Bereits Anfang dieses Schuljahres war die Situation an der Schule in Luga so dramatisch, dass Eltern selbst den Unterricht übernahmen (wir berichteten).

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Ende August 2017 hatte das Landesamt für Schule und Bildung, damals noch die Sächsische Bildungsagentur, mitgeteilt, dass für zwei Lehrerinnen, die in Rente gehen, zwei Seiteneinsteigerinnen zur Verfügung stehen. Das Problem: Eine der neuen Kolleginnen war ebenfalls schwanger und befand sich dann im Mutterschutz, die andere Lehrerin erkrankte für längere Zeit. Damals fehlten insgesamt fünf Lehrer.

Zwar konnten zwischenzeitlich weitere Lehrer beschäftigt werden und die Situation entspannte sich etwas. Doch nun steht die kleine Schule am Stadtrand erneut vor dem Problem, dass Unterricht ausfällt, Lehrer drei Klassen parallel betreuen müssen und die Kinder völlig demotiviert sind.

Ein Vater veröffentlichte nun sogar in den sozialen Netzwerken einen Brief, in dem er die Situation an der 90. Grundschule seit dem Ende der Winterferien aus Sicht seines Sohnes schildert. Und spricht damit gezielt den neuen Kultusminister Christian Piwarz (CDU) an. Dieser antwortet prompt, dass er sich an der Schule informieren will.

Das Landesamt versucht unterdessen, neue Lehrer zu gewinnen. Es gebe zwei Bewerbungen von Seiteneinsteigern. „Diese erhalten ein Angebot für die 90. Grundschule“, teilt Landesamtsprecherin Petra Nikolov mit. Grünen-Stadträtin Ulrike Caspary fordert, dass vor allem der Unterricht für die vierten Klassen sichergestellt wird, um die Kinder auf die weiterführende Schule vorzubereiten. (SZ/noa)

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