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Lehrstück über falsche Nachrichten

Das Filmprojekt der Werkschule stellt mithilfe von Meissen-Fernsehen die Öffentlichkeit auf die Probe. Was ist wahr, was Fake?

© Symbolbild/dpa

Von Marcus Herrmann

Dieses Experiment ist gelungen, findet Kunst- und Englischlehrer Michael Klarfeld. Zusammen mit Kollege Tobias Schumann und den Schülern des jährlich stattfindenden Filmprojekts an der Freien Werkschule hatte er in diesem Jahr an einem Film zum Thema „Fake News“ gearbeitet. „Es sollte darum gehen, gefälschte Tatsachen vorzutäuschen und zu schauen, wie die Öffentlichkeit darauf reagiert“, so der 39-Jährige. Dazu drehten die Schüler und Lehrer in diesem Jahr einen Film, der zum Teil täuschend echt suggerierte, dass im letzten Schuljahr ein medizinisches Präparat an der Werkschule verbreitet wurde, das die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit positiv beeinflusst. Dabei handelte es sich angeblich um das Präparat „Gammadopin“, das im Fraunhofer-Institut „Iputox“in Dresden erforscht worden sei. „In dem Film spielen die Schüler dann mittels Kurzinterviews ihre Rolle und erzählen von ihren angeblich guten Erfahrungen, aber auch Nebenerscheinungen wie starkem Schwitzen“, so Klarfeld. Auch Geschäftsführerin Dorothee Finzel und Lehrer, die begeisterte Eltern oder einen Vertreter des Pharmaunternehmens spielen, kommen in dem Ausschnitt zu Wort.

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Mithilfe von Meissen Fernsehen veröffentlichten Klarfeld und Mitstreiter den Film dann in der vergangenen Woche über die Facebookpräsenz des Fernsehsenders. Ziel: Mithilfe der Kommentare sollte herausgefunden werden, wie sich bewusst falsch gesetzte Nachrichten verbreiten und wie schnell sie für bare Münze gehalten werden. „Neben denjenigen, die den Schwindel schnell durchblickten, gab es auch entsetzte und empörte Kommentare. Diese Echo-Blase hatten wir erwartet und sie zeigte, dass man mit Medieninhalten durchaus kritisch umgehen sollte“, erläutert Klarfeld. Am vergangenen Donnerstag klärte das Team des Filmprojekts dann – abermals über die Präsenz von Meissen Fernsehen – das Fake-Projekt auf. Dabei wurden die kritischsten Kommentare der Nutzer von Schülern vorgelesen. „Sicher“, gibt Michael Klarfeld zu, „kann man das Vorhaben auch kritisch betrachten. Aber der Lerneffekt ist absolut da und alle Schüler haben richtig Spaß gehabt, waren mit viel Eifer dabei.“ Den an einem Wochenende entstandenen Film hätten sie selbstständig geschnitten. Zu danken sei auch dem Gymnasium Franziskaneum, das sein Chemielabor für die Produktion zur Verfügung stellte.

Die filmische Auflösung ist hier zu finden.