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Sport

Vetter sorgt für das Weltklasse-Ergebnis

Der Speerwerfer überragt alle und kritisiert einige Stars. Der Dresdner Karl Bebendorf verteidigt den Titel über die Hindernisse - und ein Bobfahrer läuft Bestzeit.

Johannes Vetter - hier bei der WM 2019 in Katar - hat vor seinem Titelgewinn deutliche Kritik geübt.
Johannes Vetter - hier bei der WM 2019 in Katar - hat vor seinem Titelgewinn deutliche Kritik geübt. © dpa

Braunschweig. Speerwerfer Johannes Vetter sorgte mit seiner Siegerweite für das international herausragende Ergebnis der Corona-Meisterschaft der Leichtathleten. Der gebürtige Dresdner von der LG Offenburg schleuderte sein Gerät auf die neue Saisonbestmarke von 87,36 Metern. Damit ist der 27-jährige Weltmeister von 2017 der zweitbeste Werfer dieser eingeschränkten Saison. 

Vor Beginn der Meisterschaft hatte Vetter den Startverzicht einiger deutscher Stars – wie Sprinterin Gina Lückenkemper – heftig kritisiert. „Es ist für mich unverständlich und nicht nachvollziehbar, dass manche Athleten die Meisterschaften aus nicht eindeutigen Gründen absagen“, meinte er - und erklärte: "Es gab vor dem festen Termin der deutschen Meisterschaften große Sorge um den Sport, im BMI (Bundesinnenministerium/Anm. d. Red) wurde ein Nachtragshaushalt für den Sport eingeräumt, um die wirtschaftliche Bedrohung regulierbar zu machen."

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Seine Frage an die Athleten: "Was ist das denn für eine Botschaft, wenn gerade unsere Aushängeschilder passen? Gerade für die 'Deutschen', wo sogar das Fernsehen an beiden Tagen überträgt?" Es gebe auch für die motivierten Nachwuchsathleten doch ein schlechtes Bild ab, "wenn sie ihre Idole nicht sehen und sich fragen: Warum kommen die nicht" 

Mihambo stark, Krause gibt auf

Karl Bebendorf war dabei – und hat seinen Status als deutsche Nummer eins über 3.000 Meter Hindernis zementiert. Der 24-jährige Schützling von Trainer Dietmar Jarosch verteidigte seinen Titel aus dem Vorjahr mit einer souveränen Vorstellung. Der Athlet vom Dresdner SC distanzierte seine Kontrahenten nach 8:42,42 Minuten um fast sechs Sekunden. Um Bestzeiten ging es dem gebürtigen Dresdner bei seinem zweiten Titel jedoch weniger. 

„Der Wettkampf war ungewohnt. Ich trainiere zwar immer alleine, aber bei deutschen Meisterschaften ins leere Stadion zu kommen, war merkwürdig. Die Stimmung hat gefehlt“, sagte Bebendorf, der auf der Schussrunde allen davonzog. Jetzt will Bebendorf versuchen, noch ins Starterfeld des Diamond-League-Meetings am 14. August in Monaco zu kommen.

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Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo erzielte trotz verkürztem Anlauf bemerkenswerte 6,71 Meter. Zudem machte ein sächsischer Wintersportler auf sich aufmerksam: Der 31-jährige Georg Fleischhauer verbesserte als Dritter über 110 Meter Hürden seine Bestmarke auf 13,86 Sekunden. Der frühere DSC-Läufer und Ex-Meister war vor dem Winter 2019/20 zu den Bob-Anschiebern gewechselt.Europameisterin Gesa Felicitas Krause, direkt vom Höhentrainingslager angereist, musste ihr Rennen über 3.000 Meter Hindernis erschöpft abbrechen. (ald, dpa)

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