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Leichtes Spiel für Orkantief Friederike

Im Schanzenbachtal hat es einige Bäume umgelegt. Schuld daran könnten auch die Dammbauten von Bibern sein.

© Frank Korn

Von Frank Korn

Großes Glück kann so klein sein

Hellwach oder im lieblichen Schlummer zeigen sich die süßen Babys. In unserer Themenwelt Stars im Strampler gibt es den Nachwuchs zu sehen.

Leisnig/Tautendorf. Das Schanzenbachtal lädt fast zu jeder Jahreszeit zum Wandern ein. Einer der Anlaufpunkte ist die Schanzenmühle, die von Armin Arnold gepflegt und manchmal sogar noch in Gang gesetzt wird. Ein Dieselaggregat macht’s möglich. Ansonsten zeigt er an einem selbst gefertigten Modell einer Bockwindmühle, wie das mit dem Mehlmahlen in alten Zeiten funktioniert hat.

Dieser Baum ist deutlich vom Biberfraß gezeichnet.
Dieser Baum ist deutlich vom Biberfraß gezeichnet. © Frank Korn

Doch derzeit plagen den 82-jährigen Rentner ganz andere Sorgen. In der Nähe seines Grundstückes hat ein Biber einen Damm gebaut, sodass sich der Schanzenbach an dieser Stelle aufstaut. Unweit des Baches sind Bäume vom Biberfraß gezeichnet. Hinzu kommt, dass Orkantief Friederike im Schanzenbachtal einige Bäume umgefegt hat. „Ich hoffe, dass durch den aufgestauten Bach mein Grundstück nicht überschwemmt wird, wenn es einmal stärker regnen sollte“, sagt Armin Arnold. Bei der Flut im Jahr 2002 habe das Wasser bis an die Eingangstür zum Haus gestanden, sei aber nicht übergeschwappt.

Wie Armin Arnold berichtet, haben sich Fachleute des Landratsamtes die Situation angeschaut. Auch Siegfried Reimer, Naturschutzbeauftragter und Biberexperte, kennt das Problem am Schanzenbach. „In diesem Bereich zwischen Tautendorf und Leisnig gibt es mehrere Biberbauten. Die Tiere sind dort sehr aktiv“, sagt Reimer. Er vermutet, dass auch durch die Bauten die Bäume beim Orkan Friederike leichter gefallen sind. „Durch die Burgen und den aufgestauten Bach wird den Bäumen Wasser entzogen. Das könnte dazu geführt haben, dass sie beim Orkan anfälliger waren“, so Siegfried Reimer.

Dass der Biber durch den Orkan Schaden genommen hat, glaubt Reimer dagegen nicht. „Die Tiere lassen sich durch umgestürzte Bäume nicht beeinflussen“, sagt der Experte. Er wisse, dass die zuständigen Mitarbeiter des Landratsamtes bereits dabei seien, Lösungen zu finden, damit die Biberbauten möglichst keinen Schaden anrichten. „Allerdings ist es zur jetzigen Jahreszeit nicht möglich, Änderungen an den Dämmen vorzunehmen. Damit muss man bis in den Sommer warten“, so Siegfried Reimer.

Einige der umgestürzten Bäume im Schanzenbachtal sind schon weggeräumt. „Die endgültige Schadensbeseitigung kann wohl erst im späteren Frühjahr abgeschlossen werden“, hatte Leisnigs Baumamtsleiter Thomas Schröder bei der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses gesagt.