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Leiharbeit bei Globalfoundries wird Fall für den Richter

Dresdens größte Fabrik streicht Stellen, will aber gleichzeitig externe Mitarbeiter ins Werk holen. Der Betriebsrat wehrt sich dagegen.

© dpa

Von Georg Moeritz

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Dresden. Ralf Adam hat schon zwei Demonstrationen gegen den Stellenabbau mit angeführt. Nun geht der Betriebsratsvorsitzende von Globalfoundries Dresden auch vor Gericht gegen die Personalpolitik der Mikrochip-Fabrik vor. Adam wehrt sich dagegen, dass der Betrieb Hunderte Arbeitsplätze streicht, alle Leiharbeiter verabschiedet hat – aber nun trotz Abbaus doch wieder Leiharbeiter ins Werk holt.

Vor zehn Monaten hatte Geschäftsführer Rutger Wijburg vor der Presse angekündigt, ein Fünftel der Personalkosten einzusparen. Alle Leiharbeiter in Dresdens größter Fabrik mussten gehen, und bis zu 800 Arbeitsplätze von Ingenieuren und Anlagenbedienern galten seitdem als gefährdet. Rund 200 von ihnen sind inzwischen ausgeschieden, teils mit Abfindung, teils wegen auslaufender Verträge. Laut Firmensprecher Jens Drews ist die Belegschaft von 3 700 im vergangenen Herbst auf nun etwa 3 500 Beschäftigte geschrumpft.

Auf einen Sozialplan für den Stellenabbau haben sich Manager und Betriebsräte bis heute nicht geeinigt – diese Aufgabe wird demnächst eine Einigungsstelle mit einem externen Juristen an der Spitze übernehmen. Um sie einzusetzen, war auch schon ein Richterspruch nötig. Doch was Ralf Adam nun erzürnt: Globalfoundries beschäftigt bereits wieder Leiharbeiter. Dabei hat der Betriebsrat ihrer Einstellung widersprochen. Zwar sei in solchen Fällen aus „dringenden betrieblichen Gründen“ Leiharbeit rechtlich möglich, doch diese Gründe will Adam in einer Phase des Personalabbaus nicht erkennen. Dass es viel zu tun gebe in der Mikrochipfabrik, hatte Adam allerdings auch mehrfach betont – als Argument gegen den Abbau.

Firmensprecher Drews sagte der Sächsischen Zeitung bereits, die Zahlen zum Personalabbau seien inzwischen „deutlich reduziert“ worden. Neue Zahlen wollte Drews allerdings nicht nennen. Das Unternehmen wolle eine „Reduzierung mit Augenmaß“. Laut Adam hat sich dagegen an der Größenordnung nichts geändert. Das Thema Leiharbeit wird nun zunächst das Arbeitsgericht Dresden beschäftigen.