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Leipzig: Mann lockt 13-Jährige ins Auto

Fast fünf Monate nach dem Mord an der achtjährigen Michelle in Leipzig hat es in der Stadt eine versuchte Kindesentführung gegeben.

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Leipzig. Ein 13-jähriges Mädchen sei vergangenen Sonntagabend im selben Stadtteil beinahe entführt worden, wo Michelles Leiche am 21. August vergangenen Jahres gefunden wurde, sagte ein Polizeisprecher am Freitag in Leipzig.

Das Mädchen sagte der Polizei, ein Erwachsener habe sie gegen 18.40 Uhr angesprochen und gebeten, ihm den Weg zu zeigen. Der Mann hat die 13-Jährige nach ihrer Darstellung bedrängt, angefasst und versucht, sie in sein Auto zu schieben. Sie konnte sich aber wehren und ist davongelaufen. Ihre Eltern informierten daraufhin die Polizei. Mehrere Zeitungen berichteten am Freitag, die 13-Jährige sei mit Gewalt in das Auto gezerrt worden. „Im Auto war sie definitiv nicht“, sagte der Polizeisprecher weiter.

Die Sonderkommission „Michelle“ habe die Ermittlungen aufgenommen. Nach Aussage der 13-Jährigen war der Mann 40 bis 50 Jahre alt, sprach dialektfrei deutsch und wirkte ungepflegt. Er habe einen Viertürer gefahren. Es sei schwierig, mit diesen für die Polizei unpräzisen Hinweisen, etwas zu ermitteln, sagte der Polizeisprecher. „Bei der Soko wird jeder Hinweis genutzt und mit Akribie ermittelt.“

Bei den Sonderermittlern sind bislang rund 1700 Hinweise eingegangen; sie haben mehr als 4500 Spuren gesichert. Nach wie vor ist unklar, wo sich Michelle nach ihrem Verschwinden gegen 16.00 Uhr auf einem Spielplatz aufhielt und ermordet wurde. Zudem fehlen immer noch Jacke und Tasche des Mädchens. Michelle war am 18. August von einem Spielplatz im Leipziger Stadtteil Stötteritz verschwunden. Drei Tage später wurde ihre Leiche gefunden. (dpa)