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Sachsen

Leipzig treibt Sachsens Wohnungsbau an

Wohnen wird immer teurer. Am stärksten steigen die Baukosten in Dresden und Umgebung. Dort wird weniger gebaut - noch weniger aber in einer anderen Stadt. 

Fast alle neu gebauten Wohnungen wurden in Leipzig errichtet.
Fast alle neu gebauten Wohnungen wurden in Leipzig errichtet. © Julian Stratenschulte/dpa (Symbolbild)

Dresden. Ohne den Boom in Leipzig stünde Sachsens Wohnungsbau deutlich schlechter da. Nach jüngsten Zahlen des Statistischen Landesamts in Kamenz wurden 2018 in der Messestadt 1.925 Einheiten gebaut, fast 70 Prozent mehr im Jahr zuvor. Das Plus von knapp 800 Wohnungen dort entspricht just dem Zuwachs für den gesamten Freistaat auf 8.116 neue Wohnungen. In Dresden sank die Zahl der Neubauten um 6,3 Prozent auf 2.103.

Das größte Minus verzeichnete Chemnitz mit gut 21 Prozent auf 377 Einheiten. Auf weit niedrigerer Basis sanken auch die Werte für die Landkreise Bautzen und Meißen, während sie für Görlitz, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Mittelsachsen teils deutlich zulegten.

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Robert Momberg, Chef des Bauindustrieverbands Ost, nennt die Entwicklung „durchaus positiv – bei erheblichen Unterschieden zwischen den Städten und Gemeinden. Da die Einwohnerzahl in allen kreisfreien Städten steige und in urbanen Zentren ohnehin hoher Nachholbedarf bestehe, werde sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt verschärfen, prognostiziert die Interessenvertretung von 260 Betrieben mit 20.000 Beschäftigten in Sachsen, Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Wegen des Ungleichgewichts vielerorts zwischen Angebot und Nachfrage werde Wohnen immer teurer, sagt Momberg. Die reinen Baukosten für Wohnraum in Sachsen seien im Schnitt um 4,1 Prozent gestiegen, am deutlichsten in Dresden und Umland. Nicht nur die Baulandpreise hätten kräftig zugelegt, auch Energie, Transporte, Deponiegebühren, Planung und Architektenleistungen seien teurer geworden.

Den tatsächlichen Bedarf beziffert der Verband auf jährlich 13.000 neue Wohnungen. Nur die forcierte Schaffung von bezahlbarem Wohnraum inklusive sozialer, kultureller und technischer Infrastruktur auch außerhalb kreisfreier Städte könne verhindern, dass Wohnen immer teurer wird und sich die Ungleichheit zwischen Stadt und Land verstärkt, ist sich Momberg sicher. Immerhin lägen die Baugenehmigungen im ersten Halbjahr 2019 um sechs Prozent über dem Vorjahreszeitraum.