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So kämpft sich Leipzigs Minifant durch

Weil die Mutter ihr Baby nicht annimmt, baut der sechs Wochen alte Elefantenjunge Kontakt zu seinen Tanten auf – mit teils heiklen Situationen.

Der kleine Elefant und seine Tanten Don Chung und Rani beschnuppern sich. © Zoo Leipzig

Leipzig. Das Elefantenbaby, das vor sechs Wochen im Leipziger Zoo geboren wurde, hat es weiterhin schwer im Leben. Mutterkuh Hoa gibt zwar etwas Milch, weigert sich aber ansonsten, ihr Kind anzunehmen und sich um den Jungen zu kümmern. Dafür bemühen sich die Tierpfleger zunehmend, den Minifanten mit seinen potentiellen Tanten Don Chung und Rani zusammenzubringen. Die Gewöhnung ist inzwischen zeitweise auch ohne die Netzabsperrung erlaubt, die bisher aus Sicherheitsgründen gespannt war. Das Jungtier dürfe mehrere Stunden am Tag unter Aufsicht der Tierpfleger mit den beiden Elefantenkühen zusammen sein, berichtet der Zoo.

„Das Interesse aneinander ist bei allen da“, sagt Seniorkurator Gerd Nötzold. „Sie nehmen Kontakt auf und tasten sich im wahrsten Sinne des Wortes ab.“ Allerdings gebe es immer mal wieder heikle Situationen: Wenn das Jungtier ruppig gegriffen wird oder die beiden Elefantendamen dem kleinen Bullen deutlich zu verstehen geben, dass sie nicht als Nahrungsquelle zur Verfügung stehen. „Die Gruppe muss sich erst neu finden und die eigenen Regeln definieren“, sagt Nötzold. Die langsamen Lernprozesse seien aber normal und würden deutlich machen, dass man Ruhe und Geduld bewahren müsse.

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Die Pfleger würden den Gewöhnungsprozess behutsam vorantreiben. Auch beim Tränken und der Hautpflege des Jungtieres seien sie intensiv gefordert. Ansonsten versuchten sie, sich immer mehr im Hintergrund zu halten. Angesichts der kritischen Momente können sie sich aber noch nicht ganz zurückziehen. Gesundheitlich gilt das Elefantenkalb als stabil. Das Baby wiegt dank der Muttermilch und einer eigens hergestellten Ersatzmilch bereits knapp 100 Kilogramm – zehn Kilo mehr als vor zehn Tagen. Der Zoo bittet seine Besucher aber um Verständnis, dass der Elefantentempel vorerst weiter geschlossen bleibt.

Die 33 Jahre alte Elefantenmutter Hoa, die seit 1987 in Leipzig lebt, hatte schon zwei Nachkommen verstoßen, beide starben. Der Zoo legt aus Artenschutzgründen großen Wert auf die Nachzucht. (svh)