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Helfer aus Sachsen im Flut-Einsatz in der Eifel

Die Hochwasserlage bleibt angespannt, das Ausmaß der Zerstörung wird immer klarer. Auch Freiwillige aus Sachsen machen sich auf den Weg in die Eifel.

Helfer der Wasserwacht untersuchen von einem Boot aus Lastwagen. Auch Helfen aus Sachsen haben sich auf den Weg in die Katastrophenregion gemacht.
Helfer der Wasserwacht untersuchen von einem Boot aus Lastwagen. Auch Helfen aus Sachsen haben sich auf den Weg in die Katastrophenregion gemacht. © dpa

Grimma. Freiwillige Helfer aus Sachsen haben sich am Freitagvormittag auf den Weg in die 500 Kilometer entfernte Katastrophenregion in der Eifel gemacht. Grimmas Bürgermeister Matthias Berger (parteilos) sagte der Sächsischen Zeitung, insgesamt 15 Personen seien mit vier oder fünf Fahrzeugen des Landkreises Leipzig aufgebrochen. Sie wollten im Laufe des Abends in der Nähe des Nürburgringes ankommen und Betroffenen des Hochwassers schnellstmöglich zur Seite stehen.

Beteiligt seien vor allem Mitarbeiter der Bauhöfe in Grimma, Mutzschen, Colditz und Naunhof, die zugleich bei der Freiwilligen Feuerwehr engagiert sind, aber auch Privatleute. Sie seien mit Gerätschaften wie Hochdruckreinigern, Kettensägen, Pumpen und Schaufeln ausgestattet. „Der Schlamm muss so schnell wie möglich raus aus den Häusern“, sagte Berger. „Dass wissen wir aus eigener Erfahrung.“

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Nicht der erste Hochwasser-Einsatz

Grimma hatte bei den Jahrhundertfluten der Mulde in den Jahren 2002 und 2013 Unterstützung von Tausenden freiwilligen Helfern aus dem Bundesgebiet erfahren und will davon wieder etwas zurückgeben. „Was wir damals erlebt haben, hat uns tief beeindruckt und ist immer noch lebendig“, sagte Berger.

Auch in den vergangenen Jahren seien Grimmaer in Hochwassergebiete wie in Bayern geeilt. „Es ist für uns nicht das erste Mal.“ Der Aufenthalt ist zunächst bis Dienstag geplant, er könne aber auch länger andauern. Sollten die Mitarbeiter vor Ort feststellen, dass mehr Hilfe nötig ist, würden weitere Helfer aus dem Raum Grimma aufbrechen, so Berger. Die Koordination liege inzwischen vor allem beim Landkreis Leipzig.

Helfer stellen sich auf besonders harten Einsatz ein

Für die Betroffenen in den Katastrophengebieten sei es äußerst wichtig, unmittelbare Hilfe zu erfahren. „An der linken Hand die Betroffenen, an der rechten Hand den Spaten“, laute die Devise der Helfer. Die Helfer aus dem Landkreis Leipzig würden dabei bewusst nicht in die medial bekannten Katastrophenorte gehen, sondern zu den Betroffenen in weniger bekannten Randbereichen.

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„Wir haben uns am Donnerstagvormittag innerhalb von zehn Minuten entschieden und dann angefangen, das Material zu packen“, erzählt Markus Beiler vom Bauhof in Mutzschen telefonisch während der Fahrt in die Eifel. Angesichts der vielen Vermissten und Toten in der Region werde es ein besonders harter Einsatz. „Da ist es wichtig, sehr früh moralisch und mit Manpower zu unterstützen“, so Beiler.

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