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Leipzigs Beitrag für mehr Artenschutz

Mehr Polit-Prominenz geht nicht: Drei Ministerpräsidenten eröffnen ein neues Forschungszentrum in Leipzig. Und Angela Merkel grüßt per Video.

Blick ins Innere des Deutschen Zentrums für Integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) bei der Eröffnung.
Blick ins Innere des Deutschen Zentrums für Integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) bei der Eröffnung. © dpa/ Sebastian Willnow

Leipzig. Auf dem Gelände der Alten Messe in Leipzig ist am Mittwoch ein internationales Forschungszentrum eröffnet worden, das sich mit der Bedeutung des Artensterbens für die Menschheit befasst.

„Von acht Millionen Arten auf der Erde drohen bis zum Ende des Jahrhunderts eine Million Arten zu verschwinden“, sagte der Direktor des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), Christian Wirth. „Das sind eine Million geniale Ideen der Evolution für das Leben weniger.“ Wirth zeigte dabei eine „Karte des Lebens“, die die Vielfalt der bekannten Lebewesen zeigt, aber stark durchlöchert ist.

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Zum „iDiv“ gehören 400 Wissenschaftler aus 35 Nationen und diversen akademischen Disziplinen, davon arbeiten mehr als 300 in Leipzig. Das junge Zentrum, das 2012 gegründet worden war, habe sich bereits international einen exzellenten Ruf erworben, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Videobotschaft.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (l.) und seine Amtskollegen Bodo Ramelow (M.) aus Thüringen und Reiner Haseloff aus Sachsen-Anhalt bei der Eröffnung.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (l.) und seine Amtskollegen Bodo Ramelow (M.) aus Thüringen und Reiner Haseloff aus Sachsen-Anhalt bei der Eröffnung. © dpa/Sebastian Willnow

Das Zentrum sei zugleich Vorbild für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Es wird von den Universitäten in Leipzig, Halle und Jena gemeinsam betrieben. „Das Zentrum fördert unser Wissen über die Vielfalt des Lebens, ihren Wandel und Verlust“, so Merkel. „Knapp ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten gilt als gefährdet.“ Der Erhalt der biologischen Vielfalt sei daher eine existenzielle Aufgabe. Die Biodiversitätsforschung müsse für ein nachhaltiges Wirtschaften sensibilisieren.

Die Kosten für den innovativen Neubau mit Laboren, Büros und Seminarräumen von 34 Millionen Euro sowie für ein neuartiges Forschungsgewächshaus von 8,7 Millionen hatte Sachsen übernommen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bezahlt indessen die Forschungsarbeit noch bis 2024 mit mehr als elf Millionen Euro pro Jahr. Für die Zeit danach haben sich die drei Bundesländer bereit erklärt, die Finanzierung zu übernehmen.

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