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Sachsen

Demo in Leipzig ist friedlich geblieben

Mehrere hundert Menschen haben sich am Samstag in Leipzig versammelt. Ausschreitungen hat es diesmal nicht gegeben.

Teilnehmer der Demonstration "Storm the fortress - break all borders!" zogen am Samstag durch Leipzig.
Teilnehmer der Demonstration "Storm the fortress - break all borders!" zogen am Samstag durch Leipzig. © dpa/Hendrik Schmidt

Leipzig. Die mit Spannung erwartete Demonstration in Leipzig gegen die EU-Flüchtlingspolitik und Menschenrechtsverletzungen in China ist friedlich verlaufen. Gegen 20 Uhr beendeten die Veranstalter ihren Aufzug mit einer Abschlusskundgebung auf dem Richard-Wagner-Platz in der Leipziger Innenstadt.

Zeitweise nahmen mehr als 600 Menschen in zumeist schwarzer Kleidung, mit Mundschutz und Kapuzen an dem Aufzug teil. Außer einzelnen Würfen von Pyrotechnik habe es keine besonderen Zwischenfälle gegeben, sagte eine Polizeisprecherin. Im Vorfeld hatten Polizeichef Torsten Schulze und der Verfassungsschutz betont, die Behörden könnten einen „unfriedlichen Verlauf“ nicht ausschließen. Das Medieninteresse war daher entsprechend groß.

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Demo in Leipzig: "Seenotrettung ist kein Verbrechen"

Die Initiative „Nationalismus ist keine Alternative“ hatte zu der Demonstration aufgerufen. Sie begann um 17 Uhr in der Eisenbahnstraße im Leipziger Osten und führte später über den Augustusplatz. Auf einem Transparent hieß es: „Gegen die Festung Europa und das autoritäre Regime China“. Immer wieder waren Sprechchöre gegen Kapitalismus, Rassismus und Polizeigewalt zu hören. Zudem rief die Menge: „Seenotrettung ist kein Verbrechen“.

Die Polizei war zwar mit einem Großaufgebot im Einsatz. Einheiten aus fünf Bundesländern, der Bundespolizei und der Bereitschaftspolizei waren im Stadtgebiet präsent. Während der Demo hielt sich die Polizei jedoch auffallend in den Seitenstraßen zurück und war fast nur mit „Kommunikationsteams“ präsent.

Hubschrauber blieben offenbar am Boden

Auch drei Hubschrauber, die bereit gehalten wurden, waren diesmal nicht zu hören. Polizeichef Schultze hatte angekündigt, man wolle vor allem auf Kommunikation und Deeskalition setzen. Die Bundespolizei hatte allerdings in der Nacht zum Sonnabend mehrere Brände an Bahnanlagen und mehrere Personen in den Gleisen festgestellt. Ein Zusammenhang zur Demo wurde zunächst aber nicht genannt.

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