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Leipzig

Polizei hebt rechtes Versandlager aus

Mehr als 60 Beamte stellen in Sachsen zahlreiche indizierte Bücher sicher, darunter auch Nachdrucke von Hitlers "Mein Kampf".

Zahlreiche verbotene Publikationen und Bücher wurden in einer Lagerhalle im Kreis Leipzig beschlagnahmt.
Zahlreiche verbotene Publikationen und Bücher wurden in einer Lagerhalle im Kreis Leipzig beschlagnahmt. © LKA

Dresden. Im Kampf gegen den Rechtsextremismus in Sachsen hat die Sonderkommision "Rex" des Landeskriminalamtes am Donnerstag einen Großeinsatz in der Stadt und dem angrenzenden Landkreis Leipzig durchgeführt. Wie die Beamten am Freitag mitteilten, durchsuchten sie im Auftrag der Staatsanwaltschaft Leipzig mehrere Objekte. Hintergrund für die Aktion sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Tatvorwurfs der Volksverhetzung.

Konkret richteten sich die Maßnahmen gegen einen 38-jährigen Leipziger, der den Angaben zufolge maßgeblich an der Lagerung und am Versand strafrechtlich relevanter und indizierter Bücher eines zuletzt in Leipzig ansässig gewesenen Verlags beteiligt gewesen sein soll. Zwar wird auch der Inhaber des Verlags gesucht, doch dieser soll sich derzeit nach LKA-Erkenntnissen in Osteuropa aufhalten.

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Tausende indizierte Bücher

Bei den Durchsuchungen von Geschäfts- und Lagerräumen sowie zwei Wohnungen entdeckten die Beamten unter anderem versandfertige Bücher und Speichermedien verbotenen Inhalts. In einer Lagerhalle im Landkreis Leipzig wurden beispielsweise rund 80 Paletten mit mehreren Tausend indizierten Büchern aus dem Verlagsprogramm sichergestellt.

Unter diesen Publikationen sollen sich auch zahlreiche unkommentierte - und damit verbotene - Nachdrucke des Buchs "Mein Kampf" von Adolf Hitler befunden haben. Die genaue Anzahl der Bücher und deren Wert werde derzeit ermittelt, hieß es aus dem LKA.

Insgesamt waren an dem Einsatz mehr als 60 Kräfte des Landeskriminalamtes und der Bereitschaftspolizei beteiligt, Beamte der sächsischen Justiz unterstützen die Durchsuchungen mit einem Spürhund.

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