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Leipzig ist smarter als Dresden

Die Messestadt löst im Smart City Index 2020 die Landeshauptstadt als digitalste Stadt im Osten ab - und punktet vor allem im Bereich Gesellschaft.

Die Innenstadt von Leipzig mit der Thomaskirche (l-r), dem Bundesverwaltungsgericht, dem Neuen Rathaus, Probsteikirche, Nikolaikirche, Wintergartenhochhaus und dem City-Hochhaus. Leipzig kann sich die beste Smart City im Osten nennen.
Die Innenstadt von Leipzig mit der Thomaskirche (l-r), dem Bundesverwaltungsgericht, dem Neuen Rathaus, Probsteikirche, Nikolaikirche, Wintergartenhochhaus und dem City-Hochhaus. Leipzig kann sich die beste Smart City im Osten nennen. © Jan Woitas/dpa

Dresden konnte seinen Titel als smarteste Großstadt in Ostdeutschland  nicht verteidigen. Die Landeshauptstadt rutscht im aktuellen Smart City Index, den der Digitalverband Bitkom am Donnerstag vorgestellt hat,  um zehn Plätze auf den Rang 24 ab. Leipzig kletterte dagegen fünf Plätze nach oben und kann sich nun auf Rang 12 die beste Smart City im Osten nennen.  Chemnitz landete unter allen untersuchten 81 Großstädten auf Platz 61. 

In einer Smart City werden moderne Technologien aus den Bereichen Energie, Mobilität, Stadtplanung, Verwaltung und Kommunikation so miteinander vernetzt, dass sich die Lebensqualität für die Bewohner steigert. Auch soll die Nachhaltigkeit und Effizienz verbessert werden.

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Lebendige Digitalszene

Möglich macht das gute Abschneiden Leipzigs vor allem der zweite Platz im Themenbereich Gesellschaft. So profitiert der lokale Handel von einer Plattform, auf der Produkte von Leipziger Unternehmen direkt online gekauft werden können. In einem anderen Projekt „Hardware for Future“ können Leipziger ihre ausrangierten Laptops, Smartphones und andere Geräte spenden. Die Mitglieder bereiten diese auf und geben sie an Bedürftige weiter. Weiterhin lobt der Bitkom die lebendige Digitalszene und digitale Bürgerbeteiligung in der Messestadt.

Dass Dresden im Ranking um  von Platz 14 auf Platz 24 gefallen ist, bedeute nicht, dass die Stadt weniger digital sei, sondern dass andere Städte sie überholt hätten, stellte Svenja Hampel  vom Bitkom-Verband klar. Sie hat die Studie betreut. Als Beispiel nennt sie die Online-Vergabe von Behördenterminen. Da hätte Dresden in diesem Jahr weniger Punkte erhalten, weil keine neuen digitalen Verwaltungsangebote hinzugekommen wären, andere Städte inzwischen aber auch Online-Termine vergeben.

Insgesamt sieht Hampel in Dresden noch Schwächen in den Bereichen Verwaltung sowie Energie und Umwelt.  "Es fehlt an Online-Dienstleistungen und an Projekten mit Innovationscharakter zum Beispiel im Bereich der Straßenbeleuchtung, der Müllentsorgung und der Energienetze", zählt die Bitkom-Expertin auf. Die Stärken liegen momentan im Bereich IT und Kommunikation. Dort hat Dresden sogar deutlich zugelegt, dank eines sehr guten Mobilfunknetzes und sehr gutem öffentlichen WLAN.

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Und natürlich weist auch die Smart City Leipzig noch Schwächen auch. Ähnlich wie Dresden rangiert  die Messestadt im Bereich Verwaltung nur im hinteren Mittelfeld. Auch hier fehlt es an Online-Dienstleistungen. Es gäbe keine offizielle City-App, keinen zentralen Mängelmelder und die Website schneide im Punkt Benutzerfreundlichkeit nicht gut ab, betont Hampel.

Die beste Smart City in ganz Deutschland bleibt Hamburg auf Rang 1. Die Hansestadt  erreichte 79,2 von 100 möglichen Punkten. Auf Rang zwei und drei folgen München und Köln.

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