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Razzien bei Arztpraxen und Versorgungszentren in Leipzig

Mehr als 300 Einsatzkräfte haben in Leipzig und Umgebung mehrere Arztpraxen und medizinische Versorgungszentren durchsucht. Es geht um Abrechnungsbetrug und Behandlungsfehler.

Von Erik-Holm Langhof
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Auf dem Hof der Acqua Klinik an der Käthe-Kollwitz-Straße stehen mehrere Fahrzeuge der Polizei. Beamte durchsuchen seit dem Morgen das medizinische Versorgungszentrum.
Auf dem Hof der Acqua Klinik an der Käthe-Kollwitz-Straße stehen mehrere Fahrzeuge der Polizei. Beamte durchsuchen seit dem Morgen das medizinische Versorgungszentrum. © Silvio Bürger

Leipzig. Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Dienstag 30 Arztpraxen sowie medizinische Versorgungszentren und Geschäftsräume in Leipzig und weiteren Städten durchsucht. Im Stadtgebiet würden unter anderem Praxisräume verschiedener medizinischer Versorgungszentren sowie Arztpraxen durchsucht, teilte die Staatsanwaltschaft am Morgen mit. Insgesamt waren 300 Einsatzkräfte beteiligt.

Nach Informationen von Sächsische.de sollen die Durchsuchungen am Dienstagmorgen im Zusammenhang mit einem vom MDR aufgedeckten vermeintlichen Abrechnungsbetrug bei Leipziger Kliniken stehen. Dabei sollen bei Patienten Arztleistungen in Höhe von mehreren hundert Euro abgerechnet worden sein, die jedoch nie durchgeführt wurden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen zehn Ärzte und zwei kaufmännische Führungskräfte wegen unterschiedlicher Straftaten, teilte die Polizei am Dienstagnachmittag mit.

Gegen sechs der Beschuldigten besteht der Verdacht des Betruges. Sie sollen teilweise einzeln, teilweise gemeinschaftlich handelnd im Zeitraum von 2017 bis 2021 systematisch ärztliche Behandlungen unter Verstoß gegen den Grundsatz der peinlich genauen Leistungsabrechnung wissentlich und willentlich falsch gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KVS) abgerechnet haben. Die Höhe des entstandenen Schadens ist derzeit noch nicht bezifferbar.

Sechs der Beschuldigten sollen sich zudem wegen Körperverletzung strafbar gemacht haben, indem sie Operationen fehlerhaft ausgeführt haben sollen. Einigen dieser Beschuldigten wird vorgeworfen, dass sie aus rein wirtschaftlichen Interessen an verschiedenen Patienten chirurgische Eingriffe vorgenommen haben, die aus medizinischer Sicht nicht notwendig gewesen sind, teilt die Polizei mit. Zudem würde gegen drei Personen ermittelt, die gegen das Arzneimittelgesetz und Heilmittelwerbegesetz verstoßen haben sollen.

Die Ermittlungen müssen nun klären, ob sich der Tatverdacht gegen die Beschuldigten bestätigt. Die Sichtung der umfangreichen Beweismittel werde Monate in Anspruch nehmen, so die Polizei.