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Auto-Brände in Leipzig: Innenminister will mehr Druck auf Linksextremisten

Nach dem Brand mehrerer Autos an einem Autohaus in Leipzig fordert Sachsens Innenminister mehr Druck auf Linksextremisten. Eine linke Gruppe hatte sich zuvor zu dem Brandanschlag bekannt.

Von Erik-Holm Langhof
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Auf dem Gelände eines Skoda-Autohauses im Leipziger Osten brannten in der Nacht zu Donnerstag mehrere Autos.
Auf dem Gelände eines Skoda-Autohauses im Leipziger Osten brannten in der Nacht zu Donnerstag mehrere Autos. © NEWS5

Leipzig. Die sächsische Polizei will den Druck auf Linksextremisten erhöhen. "Wir werden unsere Arbeit auch gegen zunehmende Gewaltbereitschaft im Bereich des Linksextremismus weiter intensivieren, denn jede neue Tat bringt auch neue Ermittlungsansätze", sagte Innenminister Armin Schuster (CDU) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Damit reagierte er auf Brandanschläge in Leipzig, bei denen der Verdacht auf Täter aus dem linksextremen Milieu fiel.

"Dass es immer wieder zu solchen verachtenswerten Brandanschlägen von mutmaßlich linksextremistischen Gruppierungen kommt, sehe ich als eine direkte Reaktion auf die erfolgreiche Arbeit der Polizei Sachsen im Kampf gegen den Linksextremismus. 'Bekennerschreiben' – ob echt oder von Trittbrettfahrern – bestärken uns dabei nur in unserer Arbeit und zeigen, dass die Polizei nicht die Hände in den Schoß, sondern den Finger in die Wunde legt", erklärte der Minister.

Hubschrauber suchte nach Tätern

Schuster verwies damit auf ein Bekennerschreiben einer Gruppe auf der linksgerichteten Plattform Indymedia. Dieses wurde einen Tag nach dem Brand mehrerer Fahrzeuge auf dem Hof eines Autohauses im Leipziger Osten veröffentlicht.

Bei dem Feuer sind in der Nacht zu Donnerstag mehrere Fahrzeuge zerstört worden. Wie Polizeisprecherin Sandra Freitag mitteilte, seien die Autos gegen 4.15 Uhr an der Bernhardstraße in Flammen aufgegangen und hätten für eine starke Rauchentwicklung gesorgt. Feuerwehrleute mussten die Fahrzeuge löschen und versuchten ein Übergreifen auf weitere geparkte Autos zu verhindern.

"Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen wegen des Verdachts der Brandstiftung aufgenommen", so die Polizeisprecherin weiter. Noch in der Nacht wurde im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen ein Hubschrauber der Bundespolizei eingesetzt, um mögliche flüchtende Personen zu finden - ohne Erfolg.

Landeskriminalamt sucht Zeugen zur Brandstiftung

In dem veröffentlichen Bekennerschreiben auf der linken Plattform Indymedia.org bekennt sich eine nicht näher beschriebene Gruppe zu dem Brandanschlag. Die Tat sei eine Reaktion auf die "letzte Hausdurchsuchungswelle in Leipzig" und anderen Städten in der vergangenen Woche. Polizisten hatten am 15. März Wohnungen und weitere Räume in Sachsen sowie Thüringen im Zusammenhang mit Überfällen auf mutmaßlich Rechte in Ungarn durchsucht.

Weiter schreiben die Unbekannte auf der Plattform: "Wir haben uns für Skoda als Ziel entschieden, da sich diese seit Jahrzehnten an der Ausrüstung von Repressionsorganen in aller Welt beteiligen." Damit verweist die Gruppe auf die Ausrüstung mehrerer Polizeien auf der Welt mit Autos der Marke Skoda.

Dem Brief mit unbekanntem Autor zufolge sei der Brandanschlag am Donnerstagmorgen nur eine von weiteren folgenden Taten.

Beamte der Kripo hatten bereits am Donnerstag vor Ort Spuren aufgenommen, auch Brandursachenermittler kamen nach Angaben der Sprecherin zum Einsatz. Die Gesamthöhe des Schadens wird derzeit auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt. An mehreren Fahrzeugen sei Totalschaden entstanden.

Die Leipziger Kriminalpolizei rief Zeugen, die Hinweise zum Sachverhalt oder den unbekannten Tatverdächtigen geben können, auf, sich an die Polizei unter der Rufnummer 0341/96646666 zu wenden. (mit dpa)