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NPD-Mann als Zeuge im Prozess gegen Lina E.

2016 war der Rechtsextremist an Ausschreitungen in Leipzig-Connewitz beteiligt. Zwei Jahre später wurde er überfallen und schwer verletzt.

Lina E. schützt sich am ersten Prozesstag Anfang September mit einer Mappe vor den Kameras.
Lina E. schützt sich am ersten Prozesstag Anfang September mit einer Mappe vor den Kameras. ©  dpa/Sebastian Kahnert

Im Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder einer linksextremen militanten Gruppe aus Leipzig hat ein Opfer am Mittwoch über den Überfall berichtet, bei dem er schwere Verletzungen erlitt. Der 23-Jährige war in der NPD-Jugendorganisation aktiv und ist nach eigenen Angaben wegen seiner Beteiligung an gewalttätigen Ausschreitungen in Leipzig-Connewitz rechtskräftig verurteilt worden.

Vermutlich aus Rache für den sogenannten Sturm auf Connewitz überfielen linke Schläger den Mann im Oktober 2018 in Wurzen und verletzten ihn schwer. Auf einer von Linksextremen betriebenen Webseite seien zuvor sein Name und ein Foto veröffentlicht worden. Als bekannter NPD-Aktivist sei er zudem durch Medienberichte und Demo-Auftritte als rechter Rädelsführer bekannt gewesen.

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Am Tatabend im Oktober 2018 sei er in Wurzen auf dem Weg zum Fußballtraining gewesen, als er von mehreren Personen hinterrücks angegriffen worden sei. Er habe Tritte und Schläge unter anderem mit einem Baseballschläger abbekommen, schilderte er den Ablauf vor dem Oberlandesgericht Dresden. Wegen Verletzungen am Kopf und an der Wirbelsäule habe er ein halbes Jahr nicht arbeiten können.

Anders als bei der Polizei, wo er von fünf Schlägern gesprochen hatte, gab er vor Gericht an, es seien vier Tatbeteiligte gewesen, darunter eine weibliche Person. Die Frau habe kurz vor der Flucht "Du Scheiß Nazi-Schwein" gerufen. Seine ersten Aussagen bei der Polizei, in der von einer weiblichen Tatbeteiligten keine Rede gewesen war, seien nicht korrekt. Er sei im Krankenhaus vernommen worden und habe unter Medikamenteneinfluss und an den Folgen der Verletzungen gelitten.

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