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Leipzig

Polizei löst Demo in Connewitz auf

Nach der Räumung eines besetzten Hauses in Berlin gingen in Leipzig etwa 100 Menschen auf die Straße. Friedlich blieb es dabei nicht.

Am Rande eines Protestzuges gegen die Räumung des besetzten Hauses in der Berliner Liebigstraße wurden Feuerwerkskörper auf Polizisten geworfen. Die Demo wurde daraufhin aufgelöst.
Am Rande eines Protestzuges gegen die Räumung des besetzten Hauses in der Berliner Liebigstraße wurden Feuerwerkskörper auf Polizisten geworfen. Die Demo wurde daraufhin aufgelöst. © Sebastian Willnow/dpa

Leipzig. Nach der Räumung des Hauses "Liebig 34" in Berlin hat die Polizei eine Versammlung von etwa 100 Menschen in Leipzig-Connewitz aufgelöst. Wie die Polizei am Freitagabend mitteilte, sei die Versammlung am Freitagabend "unfriedlich" gewesen. Einzelne Personen sollen Pyrotechnik gezündet haben. Nach Angaben einer dpa-Reporterin wurden Böller in Richtung von Polizisten geworfen.

Gegen 22 Uhr sei die Versammlung deshalb aufgelöst worden. Laut Polizei gab es keine Verletzten. Ein Versammlungsleiter habe nicht festgestellt werden können. Bei mehreren Personen habe die Polizei die Identität überprüft. Das Haus "Liebig 34" - ein Symbol der linksradikalen Szene, um das lange heftig gestritten wurde - war am Freitagmorgen unter Protest in Berlin geräumt worden. 

Gewaltausbrüche in Berlin

Bei einer Demonstration gegen die Räumung des Hauses "Liebig 34" in Berlin kam es am Freitagabend zu Gewaltausbrüchen. Randalierer warfen immer wieder Feuerwerkskörper, Flaschen und Steine gezielt auf Einsatzkräfte, wie die Polizei auf Twitter schrieb. In der Nähe des Hackeschen Marktes in Berlin-Mitte wurden Steine in mehrere Schaufenster geworfen. Mehrere Autos wurden angezündet. Gegen 00.30 Uhr wurde die Demonstration in der Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg beendet. Die Polizei kündigte an, auch in der restlichen Nacht mit vielen Kräften im Einsatz zu sein.

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Am Abend zogen die Teilnehmer der Demonstration mit Sprechchören bei Regen durch Berlin, die Stimmung war aggressiv. Es kam zu Rangeleien zwischen Polizisten und Demonstranten. Festnahmen wurden beobachtet, die Polizei machte dazu zunächst keine Angaben. Zu Beginn der Versammlung wurde der Protestzug immer wieder gestoppt. Die zweite Hälfte der Demonstration verlief dann vergleichsweise zügig und friedlicher. Nach Einschätzung von Beobachtern vor Ort nahmen mehr als tausend Menschen an der Demonstration teil.

Demonstranten zünden bei der Demonstration in Berlin unter anderem Bengalische Feuer.
Demonstranten zünden bei der Demonstration in Berlin unter anderem Bengalische Feuer. © Christophe Gateau/dpa

Als der Demonstrationszug am Hausprojekt "Linie 206" vorbeikam, wurde auf dem Dach ein Feuerwerk gezündet. Aus dem Haus heraus gab es Solidaritätsbekundungen. Eine Gruppe von etwa 20 Randalierern sonderte sich an der Steinstaße von der Demonstration ab und zerstörte gezielt Schaufenster und Autoscheiben, wie ein dpa-Reporter beobachtete.

Während Demonstranten randalierten und die Polizei Zufahrten sperrte, ging das normale Leben am Freitagabend in Berlin-Mitte weiter und Menschen saßen etwa in Restaurants.

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Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. Wegen der Demonstration, und weil "mit weiteren Aktionen im Zusammenhang mit Liebig34 zu rechnen ist, sind wir weiterhin mit etwa 1900 Kolleginnen & Kollegen im Einsatz", teilte die Polizei am Abend auf Twitter mit.

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