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Leipziger Bürgerrechtler laden Legida-Anhänger ein

Den Revolutions-Ruf von 1989 „Wir sind das Volk“ haben sich die islamfeindliche Pegida-Bewegung und ihr Leipziger Ableger zu eigen gemacht. Akteure von damals wollen nun einen Dialog zwischen Legida-Anhängern und Gegnern anschieben.

© dpa

Leipzig. Ehemalige Leipziger Bürgerrechtler und Montagsdemonstranten wollen mit den Anhängern der islamfeindlichen Legida-Bewegung ins Gespräch kommen.

Die Fronten zwischen den Anhängern und Gegnern seien verhärtet. „Entweder, man bietet einen Dialog an, oder die Leute gehen aufeinander los“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Archivs Bürgerbewegung, Uwe Schwabe, am Mittwoch. Schwabe war für sein Engagement zusammen mit weiteren Akteuren der Leipziger Montagsdemos im vorigen Herbst mit dem Deutschen Nationalpreis geehrt worden.

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Am kommenden Dienstag (20.1.) werde Befürwortern und Kritikern in der Volkshochschule (VHS) Leipzig ein Podium zum Dialog geboten. Darüber hatte zuvor die „Leipziger Volkszeitung berichtet. „Unser Anliegen ist, dass man miteinander redet“, sagte Schwabe. Mit Blick auf einige Legida-Positionen sagte Schwabe, „für mich ist es aber das absolute No-Go, wenn Menschen ihrer Menschenwürde beraubt werden sollen.“

Bei den Legida-Demonstranten seien ganz viele Menschen, die Sorgen und Probleme mit ihrem Leben hätten. Wenn sie alle pauschal in die rechte Ecke gedrängt würden, dann werde auch Legida in Leipzig schon aus Trotz immer mehr Zulauf bekommen, so wie jetzt Pegida in Dresden, warnte Schwabe. Es gebe in Deutschland viele Probleme, auch in der Asylpolitik. In Deutschland und in Sachsen seien in den vergangenen Jahren viele Fehler gemacht worden. So habe es zum Thema Asyl nicht genug Aufklärung gegeben.

Der Leiter der VHS, Rolf Sprink, sagte: „Das ist für uns eine ganz wichtige Strecke, dass wir uns in den politischen Diskurs einbringen.“ Das Thema berühre zudem die Arbeit der VHS. „Wir haben hier jeden Tag an die 50 Nationen, die hier Deutsch lernen, wir nehmen die Einbürgerungstests ab und wir gehen inzwischen in die Asylbewerberheime und unterrichten dort Deutsch. Er meine zudem, die Volkshochschule als Veranstaltungsort sei womöglich eine niedrigere Schwelle, als etwa eine Kirche oder das Rathaus. (dpa)