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Wirtschaft

Leipziger Flughafen wird größer

In den nächsten Jahren werden Millionen Euro investiert. Mit Urlaubsreisen hat das allerdings nichts zu tun.

© dpa/Jan Woitas

Der Flughafen Leipzig/Halle wird größer. Im Norden des Flughafengeländes, wo die großen Antonow-Flieger stehen, soll in den nächsten Jahren eine zweite Cargo City gebaut werden. Diese umfasst einen Frachtbereich mit Vorfeld, großen Logistikhallen und Bürogebäuden, wo die Flugzeuge ent- und beladen werden können sowie die Waren abgefertigt wird.

Insgesamt werden in den nächsten Jahren rund 500 Millionen Euro in den Bau neuer Vorfelder und Gebäude im Nord- wie Südteil des Flughafens fließen. Die Gesellschafter – der Freistaat Sachsen, das Land Sachsen-Anhalt sowie die Städte Dresden, Leipzig und Halle – hätten jetzt den Weg freigemacht für diese Investitionen, teilte die Mitteldeutsche Flughafen AG am Dienstag mit. In die Summe sind die schon angekündigten Investitionen von mehr als 200 Millionen Euro in die Erweiterung des DHL-Drehkreuzes mit einbezogen, betonte Flughafensprecher Uwe Schuhart auf SZ-Nachfrage.

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Wann der Ausbau abgeschlossen sein wird, kann jetzt noch nicht genau terminiert werden. Gründe sind das laufende Planveränderungsverfahren für das erweiterte DHL-Drehkreuz sowie die europäischen Ausschreibungen, die für die Baumaßnahmen notwendig sind und sich lange hinziehen können.

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Schuhart stellt klar, dass die Investitionen nicht aus Steuermitteln finanziert werden, sondern dass der Flughafen sie selbst tragen muss. Sie sollen durch langfristige Mietverträge und aus Start- und Landegebühren refinanziert werden. Das die Flughafengesellschaft die nötigen Mieter findet, ist ihr nicht bange. Denn bezüglich der verfügbaren Büroflächen platzt der Airport aus allen Nähten. „Bestandskunden wollen wachsen und neuen Firmen sich ansiedeln“, sagt Schuhart. 

Seit 2007 hat sich das Frachtaufkommen in Leipzig/Halle verzehnfacht. 50 Frachtairlines steuern den Flughafen an. Die Zahl der direkt Beschäftigten ist allein im vergangenen Jahr um 10,3 Prozent auf insgesamt nun 9.500 gestiegen. Und der Ausbau werde weitere „zahlreiche neue direkte und indirekte Arbeitsplätze entstehen lassen“, heißt es. Denn während der Frachtverkehr bundesweit in diesem Jahr bislang leicht schrumpft, ist er in Leipzig/Halle über drei Prozent gewachsen. „Erst im März 2019 haben wir mit einem Frachtumschlag von 110.419 Tonnen einen neuen Rekord erzielen können“, betont Holdingvorstand Götz Ahmelmann. Und dieser Trend werde anhalten, ist man sich sicher. Allein DHL rechnet mit einer Verdopplung seines Frachtaufkommens bis 2030.

Ein Grund für die guten Geschäftsaussichten sind die Kapazitätsreserven. Laut Schuhart gibt es derzeit jährlich etwa 80.000 Flugbewegungen, ausgelegt ist der Leipziger Airport allerdings für 200.000 Flugbewegungen pro Jahr. Der Ausbau muss jetzt nicht zwingend mehr Flieger in der Nacht bedeuten. Denn DHL und andere Kunden wollen mit größeren und modernen Maschinen starten und landen, die mehr Fracht transportieren können, aber auch mehr Platz auf dem Vorfeld und in den Logistikhallen benötigen.

Größere Flugzeuge können aber auch mehr Fluglärm erzeugen. Zu dem müssen mehr Ort mit einer Belastung durch Fluglärm rechnen, wenn künftig über die Nordbahn mehr Gütertransporte abgewickelt werden. Doch der Flughafen wird vermutlich nicht in zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen investieren müssen. Denn die Schallschutzmaßnahmen für bis zu 100.000 Flugbewegungen im Jahr seien schon realisiert, heißt es. Alle drei Jahre werde überprüft, ob der vorhandene Schallschutz ausreicht. „Mit dem Wachstum des Frachtaufkommens muss auch der Lärm- und Umweltschutz mitwachsen“, so Schuhart.