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Leipziger Medienpreis verliehen

Sechs Journalisten und die britische Zeitung „The Guardian“ haben den diesjährigen Leipziger „Preis für die Freiheit und die Zukunft der Medien“ bekommen.

© dpa

Leipzig. Sechs Journalisten und die britische Zeitung „The Guardian“ haben den diesjährigen Leipziger „Preis für die Freiheit und die Zukunft der Medien“ bekommen. Der Preis ehre Journalisten, die sich für eine freie Presse engagierten und dabei Gefahr für Leib und Leben in Kauf nehmen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Leipzig, Harald Langenfeld, am Dienstag vor Beginn der Verleihung. Die Auszeichnungen sind mit insgesamt 40.000 Euro dotiert.

Bei diesjährigen Preisvergabe hatte sich die Jury aus Gründen der Aktualität erstmals für eine Nachnominierung entschieden. Für ihre Enthüllungen über die Abhörpraktiken US-amerikanischer und britischer Geheimdienste wurden der Blogger und Journalist Glenn Greenwald und „The Guardian“ mit dem Leipziger Medienpreis bedacht.

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Weitere Preise gingen an die Journalisten Jörg Armbruster und Martin Durm. Sie wurden für ihre Berichte aus Syrien geehrt. Bei einer gemeinsamen Recherchereise im März 2013 gerieten sie in der syrischen Stadt Aleppo in einen Hinterhalt. Armbruster wurde schwer verletzt. Syrien sei in einer so verzweifelten Lage, die kaum ein Vorbild habe, sagte Martin Durm. Der bewaffnete Widerstand sei völlig degeneriert. Die Grausamkeiten des Regimes spiegelten sich in den Grausamkeiten der Rebellen. Das Morden gehe jeden Tag weiter, auch jetzt, während die Genfer Friedenskonferenz vorbereitet werde.

Zu den Preisträgern gehört auch die indische Enthüllungsjournalistin Tongam Rina, die unter anderem über Umweltskandale und Korruption berichtet. Sie wurde im Juli 2012 vor ihrer Redaktion von Unbekannten niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt.

Die Preisträger Brigitte Alfter (Dänemark) und der Belgier Ides Debruyne sind Initiatoren des „Journalismfund.eu“. Die 2008 gegründete Organisation fördert europaweit grenzübergreifende Recherchen. Stipendien ermöglichen es Journalisten in multinationalen Teams zusammenzuarbeiten und zu länderübergreifenden Themen, wie Menschenhandel oder illegaler Waffenhandel zu recherchieren.

Die Leipziger Medienpreise werden seit 2001 von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig vergeben. (dpa)