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Leipziger Studenten besetzen Rektorat

Die Theaterwissenschaftler rückten gestern mit Masken und Schlafsäcken an. Sie wehren sich verzweifelt gegen die Schließung ihres Studiengangs.

© dpa

Von Martina Weber

Leipzig. Ein großes Banner und eine Mauer an Stühlen versperrten den Zugang zum Zimmer. Aus Protest gegen die geplanten Stellenkürzungen in der Theaterwissenschaft haben Studenten der Universität Leipzig am Montag das Rektorat besetzt. Die zehn Besetzer forderten Rektorin Beate Schücking zu einem Dialog über die Zukunft ihres Instituts und der Hochschule auf. In dem Saal davor hatten sich Studenten der Theaterwissenschaft mit Stoffmasken versammelt. „Wir bleiben hier, solange unser Institut in seiner Existenz bedroht ist“, sagte Mit-Organisatorin Ina Lutz.

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Der Konflikt um die Theaterwissenschaften schwelt seit Anfang des Jahres. Die Hochschule will das Institut schließen, um Sparvorgaben des Landes zu erfüllen.

In Anwesenheit von Rektorin Schücking und etwa 50 Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen verlasen die Organisatoren der Besetzung ihre Forderungen. Unter anderem verlangen sie eine Rücknahme der geplanten Stellenstreichungen sowie gezielte Unterstützung geisteswissenschaftlicher Fächer.

In einem einstündigen Rede-und-Antwort-Gefecht äußerte Schücking Verständnis für den Unmut der Studenten, verwies aber immer wieder auf den Hochschulentwicklungsplan: „Ich kann mich nicht gegen die Entscheidungen der Landesregierung stellen“, sagte die Rektorin.

Auch die Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS) nahm den Landtag sowie das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst in die Pflicht, den Stellenkürzungsbeschluss von 2010 rückgängig zu machen. „Die freigewordenen BAföG-Millionen sind bestens geeignet, um die Stellen zu finanzieren“, erklärte KSS-Sprecherin Adelheid Noack.

Wie Universitätssprecher Carsten Heckmann mitteilte, wird die Besetzung geduldet. Jedoch könne das Rektorat die Rahmenbedingungen nicht ändern. „Wir müssen Stellen abbauen, wir wollen das nicht mit dem Rasenmäher tun, und wir haben dabei keine großen Entscheidungsspielräume“, sagte Heckmann. Wie lange die Besetzung dauern wird, stand gestern noch nicht fest. (dpa)