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Leipziger Uni-Rektorin kritisiert Sparmaßnahmen

Immer mehr junge Leute zieht es zum Studium nach Leipzig. Doch die Universität muss die Mehrzahl von ihnen abweisen.

Leipzig. Die Rektorin der Universität Leipzig, Beate Schücking, hat an die künftige sächsische Landesregierung appelliert, das bisherige Spardiktat für die Hochschulen aufzugeben. Nach dem positiven Beispiel von Hessen und Bremen sollten die freiwerdenden Bafög-Millionen ganz und gar den Hochschulen zukommen, um den geplanten Stellenabbau zu stoppen, unterstrich Schücking am Mittwoch.

Die Bundesregierung will ab 2015 den Länderanteil der Bundesausbildungsförderung komplett übernehmen. Sachsen spart damit 80 Millionen Euro, die bisher zu einem Drittel ins Schüler-Bafög und zu zwei Dritteln ins Studenten-Bafög fließen. Nach den bisherigen Plänen sollen die sächsischen Hochschulen bis 2020 insgesamt 1.042 Stellen einsparen.

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Für das Wintersemester 2014/15 hat die Universität einen Bewerberrekord verzeichnet. Mit 48.500 Bewerbern wollten so viele junge Leute an der Leipziger Uni studieren wie noch nie vorher. Allerdings bekamen nur 7.200 von ihnen einen Studienplatz. Spitzenreiter war die Psychologie, wo auf einen Studienplatz 68 Bewerber kamen. „Wir könnten die Uni weiter ausbauen, wenn wir das Personal hätten“, sagte die Rektorin.

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Entgegen den Prognosen seien die Studierendenzahlen gestiegen und nicht gesunken, sagte Schücking. „Bei aller Freude über Rekordwerte: Das Entscheidende ist, dass wir weiterhin eine Ausbildung auf dem gewohnt hohen Niveau anbieten können, bei der größtmöglichen Bandbreite an Fächern.“ Mit harten Einschnitten, wie sie der vom Land betriebene Stellenabbau nach sich ziehe, sei das kaum zu machen.

An der Universität Leipzig studieren rund 28.000 junge Leute in 149 Studiengängen. (dpa)