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Sport

Leipziger Weltmeister motzt bei Heimspiel

Slalomkanute Franz Anton kritisiert zum Weltcup in Markkleeberg die olympische Quotenregelung. Seine Kollegin bucht das Ticket nach Tokio.

Franz Anton startet im Finale der Einer-Canadier und ärgert sich über die Qualifikation für die Spiele 2020.
Franz Anton startet im Finale der Einer-Canadier und ärgert sich über die Qualifikation für die Spiele 2020. © dpa-Zentralbild

Markkleeberg. Slalomkanutin Ricarda Funk hat mit ihrem Weltcuperfolg in Markkleeberg ihr Olympia-Ticket in der deutschen Auswahl gebucht. Die 27-Jährige aus Bad Kreuznach gewann am Sonnabend im Einer-Kajak dank eines fehlerfreien Laufes mit 3,75 Sekunden Vorsprung vor der Australierin Jessica Fox. Bei der Weltmeisterschaft  Ende September im spanischen La Seu d'Urgell muss sie den internationalen Quotenplatz für Tokio noch einmal bestätigen. "Ich bin mega happy", sagte Funk.

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Im Einer-Canadier der Männer entscheidet sich erst bei der WM, wer von den beiden Weltklasse-Athleten Franz Anton und Sideris Tasiadis bei den Sommerspielen starten darf. Weltmeister Anton aus Leipzig kam auf seiner Heimstrecke auf Rang drei und verhinderte dadurch die vorzeitige Entscheidung zugunsten von Tasiadis aus Augsburg, der mit einem Platz vor seinem Mannschaftsgefährten den Startplatz für 2020 hätte fix machen können. Der WM-Dritte landete mit zwei Fehlern auf Rang sieben.

Den Sieg sicherte sich der der Slowake Alexander Slafkovsky. "Ich bin erleichtert, konnte nachts nicht schlafen. Jetzt kämpfen wir bei der WM um unsere Chance", sagte Anton.

Kritik äußerten beide Weltklasse-Athleten an der olympischen Quotenregelung. "Es ist eine Frechheit. Man baut eine riesige Anlage für so viele Millionen und schickt dann nur 80 Athleten da runter. Das verstehe ich nicht", sagte Anton. "Andererseits müssen wir kämpfen, damit wir im olympischen Programm bleiben. Ich würde es begrüßen, wenn, wie in anderen Sportarten auch, drei bis vier Athleten pro Nation starten dürfen."

Tasiadis, der 2012 in London Olympia-Silber gewann, sieht auch Handlungsbedarf. "Es ist schade, dass ein Topathlet von uns nicht mitfahren darf. Wir garantieren beinahe immer eine Medaille. Die Verbände müssen da für die nächsten Spiele eine Lösung finden, damit Weltklasseleute auch bei Olympia dabei sind", sagte er. 2016 gab es drei Wildcards für Sportler, die erst wenige Monate vor den Sommerspielen mit dem Paddeln begonnen hatten. "Wir kämpfen seit gut einem Jahrzehnt in der Weltklasse mit." (dpa)