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Matchwinner mit rutschigen Schuhen

Besser geht es nicht, eigentlich. Der Treffer von Neuzugang Lookman zum wichtigen Sieg von RB Leipzig in Mönchengladbach hat eine bemerkenswerte Randgeschichte. Es geht um ein Paar Schuhe.

© Marius Becker/dpa

Mönchengladbach. Ademola Lookman hatte es gesagt. Er sei bereit. Und er war es. Allerdings wäre aus seinem hoch erfolgreichen Kurzauftritt beinahe ein peinliches und äußerst kurzes Intermezzo geworden. „Er und wir hatten Glück, dass er zu dem Zeitpunkt, als er das Tor geschossen hat, noch auf dem Platz stand“, sagte RB Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl nach dem 1:0 (0:0)-Sieg dank Lookman bei Borussia Mönchengladbach. In der 78. Minute hatte Hasenhüttl den jungen Briten gebracht. Dann aber das: „Ich wollte ihn eigentlich nach fünf Minuten schon wieder runternehmen, weil er nur rumgerutscht ist mit seinen Schuhen. Das waren die einzigen, die er aus England mitgebracht hatte.“

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Statt einer unumstrittenen Höchststrafe für jeden Fußballer, ließ Hasenhüttl Lookman auf dem Platz. Und weitere fünf Minuten nach der nicht erfolgten Auswechslung dankte es der 20-Jährige seinem Coach. Gleich bei seinem Debüt im Dress von RB Leipzig wurde der englische Junioren-Nationalspieler zum umjubelten Matchwinner. Er war es auch, dem Hasenhüttl nach dem Abpfiff umso erleichterter und freudestrahlender auf dem Spielfeld entgegeneilte.

Nur zehn Minuten brauchte Lookman, bis der Ball im Tor war. Erst am Mittwoch war er von den Leipzigern ausgeliehen worden, am Donnerstag trainierte er das erste Mal mit seinen neuen Mitspielern, am Freitag wurde er offiziell vorgestellt und am Samstag stand er bereits im Mittelpunkt.

„Genau das habe ich mir von ihm erhofft“, sagte Hasenhüttl aber auch nach der Partie, die die Leipziger wieder auf Platz drei in der Tabelle der Fußball-Bundesliga klettern ließ. „Er hat seine Qualitäten im Eins gegen Eins und das hat er heute auch direkt gezeigt“, betonte der RB-Coach, der schon vor dem Anpfiff auf die Frage, wie schnell Lookman helfen könne, beim Bezahlsender Sky geantwortet hatte: „Sehr schnell, indem ich in einwechsle.“

Der Torschütze sagte: „Es war ein perfekter Tag, um mit drei Punkten zurückzufahren. Ich freue mich sehr, dass ich in meinem ersten Spiel gleich ein Tor machen konnte, aber dass wir das Duell gewonnen haben, ist für mich noch wichtiger.“

Seit zweieinhalb Jahren hat der England affine RB-Sportdirekor Ralf Rangnick Lookman bereits im Visier. Durch den mittlerweile etwas rätselhaften Langzeitausfall von Vorlagenspezialist und Mittelfeldmitgestalter Emil Forsberg - pausiert seit Anfang Dezember wegen einer Bauchmuskelzerrung - sah sich Leipzig zum Handeln gezwungen. Man einigte sich mit dem FC Everton, der am Sonntag mit 1:5 beim FC Arsenal unterlag, auf eine Ausleihe. Im Sommer müsse man die Situation dann neu bewerten, meinte Rangnick allerdings schon. Und das war noch vor Lookmans Tor-Debüt in rutschigen Schuhen. (dpa)