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Leisnig feiert anders

Der Carneval Club Leisnig will mehr junges Publikum ansprechen. Die Tradition soll dennoch nicht verloren gehen.

© Dietmar Thomas

Von Frank Korn

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Im grünen Herzen des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland sprudelt ein ganz besonderer Schatz: Oppacher Mineralwasser, das überall dort zu Hause ist, wo Menschen ihre Heimat genießen.

Leisnig. Die Szene bei der Eröffnungsveranstaltung des Leisniger Karnevals führt die Gäste in das Venedig früherer Zeiten. Die fein gekleideten und Damen und Herren sind mit einem Kahn auf dem Weg zum Maskenball. Sie nehmen an einem Tisch platz. Getränke werden serviert. Doch irgendwie erinnert das Personal an das Stück „Dinner for one“, die Akteure stolpern durch die Gegend, ohne dabei ihre Tabletts fallenzulassen. Kurz darauf tanzt ein Paar Tango, ein Streichquartett tritt auf und schließlich führen fünf junge Damen die Besucher ins Paris der 1920er-Jahre. Zum Schluss tanzen alle Akteure in einer Choreographie, ehe sie sich auf der Treppe zur Bühne zum Abschlussbild versammeln.

Ralf Herrmann (von links), Wolfgang Rölle und Hansjörg Oehmig sind die drei Herren, die über die Gewohnheiten der Leisniger bei diversen Festen herziehen.
Ralf Herrmann (von links), Wolfgang Rölle und Hansjörg Oehmig sind die drei Herren, die über die Gewohnheiten der Leisniger bei diversen Festen herziehen. © Dietmar Thomas
Nach ihren Ideen tanzen alle Mitwirkenden: Kristin Meißner (von links), Michael Koslowski und Ines Böhm. Zum Team der Macher gehört auch André Funke.
Nach ihren Ideen tanzen alle Mitwirkenden: Kristin Meißner (von links), Michael Koslowski und Ines Böhm. Zum Team der Macher gehört auch André Funke. © Dietmar Thomas

„Leisnig feiert überall – mal anders sein beim Maskenball“ lautet das Motto der 65. Saison des Carneval Clubs Leisnig (CCL). Mit der 65 hat der Verein das „Rentenalter“ erreicht, doch alt ist er keineswegs. Im Gegenteil, sagt Mario Richter. „Wir wollen noch mehr junges Publikum ansprechen, ohne dabei aber die Tradition zu verlieren.“ Der 53-Jährige ist seit September Präsident des CCL. „Die Fäden laufen letztendlich bei mir zusammen, aber das gesamte Team leistet großartige Arbeit“, lobt Richter.

Zum Team, das ganz eng in die Vorbereitung eingebunden ist, gehören auch Kristin Meißner, Ines Böhm, Michael Koslowski und André Funke. „Schon im April sammeln wir Ideen für Motto, Choreographien und Ausstattung“, sagt Michael Koslowski. Im September beginnen die Proben. Zunächst treffen sich die Akteure in kleineren Gruppen. Im Oktober sind Planungen zu Musik, Ablauf, Besetzung und Kostümen zum größten Teil abgeschlossen. Bis zum Dezember muss klar sein, wie die Kulisse aussehen soll.

Karnevalsveranstaltungen

3. Februar, 20 Uhr: 1. Samstagsveranstaltung

4. Februar, 14 Uhr: Seniorenkarneval

10. Februar, 20 Uhr: 2. Samstagsveranstaltung

10. Februar, 20 Uhr: 2. Samstagsveranstaltung

12. Februar, 20 Uhr: Rosenmontagsveranstaltung

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Alle Fäden laufen dann bei der Generalprobe am Abend vor der Auftaktveranstaltung zusammen. Während im Umfeld noch fleißig gewerkelt wird, üben Prinzenpaar, Elferrat und Funkengarde die entsprechenden Abläufe. Hansjörg Oehmig und Nadine Richter, die in den Veranstaltungen durchs Programm führen, nutzen diesen Abend ebenfalls zum „Warmlaufen“. Der gemeinsame Auftritt der Frauen und Männer – der eingangs geschilderte Maskenball – ist nur einer der Programmpunkte. Die Männer haben sich in ihrer Choreographie, für die André Funke und Michael Koslowski verantwortlich zeichnen, mit dem Thema „Leisnig feiert anders“ auseinandergesetzt. Darin nehmen sie das Verhalten ihrer Mitbürger bei den Festen und Feiern in der Stadt aufs Korn. Der Karneval spielt da ebenso eine Rolle wie das Blütenfest, das Maibaumstellen und die jährliche Boxveranstaltung.

Durchaus auch kritische Worte sind in der Büttenrede von Sebastian Diesmann zu hören. Darin greift er das leidige Thema illegaler Müllentsorgung oder von Hundekacke auf den Gehwegen auf. „Liebe Bürger nicht nur kotzen, sondern selber auch mal klotzen! Schaltet die Gehirne ein, dann könnt’s hier wieder friedlich sein“, so der Schlussvers aus der Rede.