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Leisnig legt Zuschuss zurück

Zur Stärkung des ländlichen Raumes bekommt die Stadt bis 2020 jedes Jahr 70 000 Euro vom Freistaat. Von diesem Geld wird aber vorerst nichts angeschafft.

© Symbolbild/dpa

Von Heike Heisig

Arbeiten in Görlitz

Ob Arbeitsplatz, Ausbildung, Studium, Job für zwischendurch, Freiwilligendienst oder Ehrenamt: In Görlitz gibt es jede Menge gute Jobs!

Leisnig. Damit die kleineren Orte in Sachsen nicht ins Hintertreffen geraten, gibt es vom Land Fördergeld. Jedes Jahr können Kommunen in den Größenordnungen von Leisnig, Hartha oder auch Waldheim 70 000 Euro zusätzlich zu dem in ihren Haushaltsplänen verankerten Budget ausgeben. Zumindest bis 2020. Die Verwendung dieses Geldes für das laufende Kalenderjahr stand bei der vergangenen Ratssitzung auf der Tagesordnung.

Während sich Roßwein zum Beispiel eine Geschwindigkeitsmeßtafel für Haßlau und andere Ortschaften gegönnt hat und Hartha das Geld für die Modernisierung der Pestalozzischule einsetzen will, tastet Leisnig die Finanzspritze vorerst nicht an. Vielmehr wird der Zuschuss in das nächste Haushaltjahr übertragen und damit sozusagen zurückgelegt. Darüber haben sich die im Verwaltungsausschuss mitarbeitenden Räte verständigt. Die Abgeordneten aller Fraktionen schlossen sich ihrem Vorschlag ohne große Diskussion an. „Wir wollen demnächst ein neues Feuerwehrgerätehaus bauen. Das Geld können wir für unseren kommunalen Eigenanteil gut gebrauchen“, sagte Mathias Voigtländer (CDU).

Wie hoch dieser Anteil sein wird, das steht im Detail noch gar nicht fest. Wie Bürgermeister Tobias Goth (CDU) dem DA auf Anfrage sagte, hat Leisnig das Fördergeld für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses termingerecht beim Landratsamt Mittelsachsen beantragt. Das verteilt die Gelder entsprechend einer Prioritätenliste. Auch die übrigen Wehren in Mittelsachsen haben ihren Finanzbedarf für neue Fahrzeuge, Ausstattungen und wie im Leisniger Fall auch für Immobilien beantragt.

Mit einem Bescheid, ob und mit wie viel Unterstützung Leisnig kalkulieren kann, rechnet Goth erst Anfang nächsten Jahres. Eine Ausschreibung der Arbeiten über den Winter bei noch unklarer Finanzierung ist demnach nicht möglich. Als Ziel steht aber weiterhin, bestätigte der Bürgermeister, das Gerätehaus möglichst noch 2019 fertigzustellen.

Entstehen soll es im Ortsteil Bockelwitz anstelle des abgerissenen ehemaligen Gasthofes „Sächsischer Reiter“. Immobilie und einen Teil des Grundstückes hatte die Kommune erworben, die Brache auch mit Fördergeld beräumen lassen. Das Projekt für den Neubau ist fertig und mit den Ortswehren und Gemeindewehrleiter Bernd Starke mehrfach abgestimmt. Einziehen sollen in den Flachbau mit Sanitär- und Schulungsräumen sowie Fahrzeugehallen und Parkplätzen die Ortswehren von Naunhof-Beiersdorf, Clennen sowie Naundorf. Überall lassen die bisherigen räumlichen Bedingungen zu wünschen übrig. Das würde sich am neuen Standort mit einen Schlag ändern. Dann hätten die bisher engagierten Kameraden auch ein Argument mehr, um Nachwuchs für das verantwortungsvolle Ehrenamt zu werben. Denn keine der drei Abteilungen kann sagen, genug Helfer in ihren Reihen zu haben.

Nach den bisherigen Kostenrechnungen stehen um die 900 000 Euro für den Neubau zu Buche. Ob die Preise inzwischen noch realistisch sind, wird sich wohl erst nach der Ausschreibung zeigen. Bei vielen Bauprojekten in der jüngsten Vergangenheit haben sich die Kosten aufgrund gestiegener Baupreise im Vergleich zur Schätzung vorab erhöht, teilweise sogar beträchtlich. Bei einigen Flutschadensbeseitigungen war das zum Beispiel der Fall.