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Döbeln

Leisnig muss mehr für Kinderbetreuung zahlen

Personal- und Sachkosten sind weiter gestiegen. Die Eltern bekommen das nicht zu spüren – noch nicht.

Die Kosten für die Betreuung der Mädchen und Jungen in den acht Leisniger Kitas steigen. Trotzdem merken die Eltern noch nichts davon.
Die Kosten für die Betreuung der Mädchen und Jungen in den acht Leisniger Kitas steigen. Trotzdem merken die Eltern noch nichts davon. © Symbolfoto: Bernd Wüstneck/dpa

Leisnig. Die Kommune beziehungsweise die Freien Träger haben im vergangenen Jahr insgesamt 183.000 Euro mehr für das Personal in den acht Kindereinrichtungen in Leisnig und den Ortsteilen ausgegeben als 2018. Das listete Hauptamtsleiterin Silvia Diesmann den Stadträten am Donnerstagabend auf. Auch die Sachkosten sind gestiegen, und zwar um 101.000 Euro und damit um 31 Prozent.

Über diese Erhöhung ist Elgine Tur de la Cruz (Linke) gestolpert. Zweimal hatte sie den Darstellungen die Bezeichnung „sonstige Ausgaben“ gelesen, für die zusammen 30.000 Euro abgerechnet worden sind. „Darunter kann ich mir nichts vorstellen. Diese Summen sind für mich und sicherlich auch für die Eltern nicht nachvollziehbar“, sagte sie. Sollte es sich dabei zum Beispiel um Neuanschaffungen von Spielgeräten handeln, „wäre möglicherweise ein sparsameres Konzept für die Sachkosten angebracht. Ich denke, wir haben unsere Einrichtungen kontinuierlich und gut ausgestattet. Es muss nicht immer das Neuste vom Neuen sein“, meint sie.

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Betreuungsbedarf ändert sich

Was sich hinter den einzelnen Positionen verbirgt, diese Antwort musste Silvia Diesmann schuldig bleiben. „Da muss ich mir die Abrechnung jeder einzelnen Einrichtung noch einmal näher betrachten“, so die Amtsleiterin. Sie stellte in Aussicht, diese Informationen nachzureichen. Gleiches treffe auf Angaben über Verwaltungskostenumlagen an die Freien Träger zu. Auch dazu wollte die Vertreterin der Linksfraktion Genaueres wissen.

Die Erhöhung der Personalkosten ist der Amtsleiterin zufolge vorhersehbar gewesen. Die Mehrkosten in diesem Bereich begründete sie zum einen mit der Änderung des Betreuungsschlüssels und zum anderen mit laufenden Anpassungen an den Betreuungsbedarf.

Alles in allem steigen die Preise für die Kinderbetreuung in Leisnig. Ein Krippenkind zu betreuen, kostet in den Leisniger Einrichtungen jetzt knapp 1.300 Euro. Für ein Kindergartenkind fallen Kosten in Höhe von etwas mehr als 540 Euro an und für ein Hortkind rund 292 Euro. Abzüglich der Landeszuschüsse und Elternbeiträge verbleiben bei der Kommune folgende monatliche Kosten: rund 855 Euro für einen Krippenplatz, knapp 200 Euro für einen Kitaplatz und 69 Euro für einen Hortplatz.

Für die Festlegung der Elternbeiträge gibt es Empfehlungsspielräume. In denen bewege sich Leisnig, sagte Silvia Diesmann. Deshalb gebe es im Moment keinen Anlass, die aktuellen Beiträge, mit denen sich Eltern an der Betreuung ihrer Kinder beteiligen müssen, anzupassen. Allerdings: Schon im nächsten Jahr könne sich das ändern. Mit einer derzeitigen Beteiligung von 16,93 Prozent an den Kosten für einen Krippenplatz liegen die Elternbeiträge ziemlich nahe am empfohlenen Mindestsatz von 15 Prozent. Und dass sich die Betriebskosten reduzieren, davon ist nicht auszugehen. „Also könnte eine Erhöhung im Bereich der Krippe 2021 notwendig werden“, so die Hauptamtsleiterin.

Sie lieferte auch noch vier Zahlen, für die sich die Stadträte bislang bei jeder Betriebskostenabrechnung interessiert haben. Dabei geht es um die sogenannte Fremdbetreuung. Wie Silvia Diesmann sagte, werden 22 Leisniger Kinder in Einrichtungen außerhalb des Gemeindegebietes betreut. Dafür zahlt die Stadt 45.500 Euro. Im Gegenzug gehen 43 Mädchen und Jungen aus anderen Gemeinden in eine der Leisniger Einrichtungen. Das bedeutet Einnahmen in Höhe von 142.500 Euro. Für Leisnig kostendeckend sei dies trotzdem nicht. Die Kommunen, aus denen die Kinder kommen, zahlten „nur“ Anteile im Landesdurchschnitt. „Unsere Beiträge sind allerdings höher“, begründete die Amtsleiterin.

Mehr Platz für Krippenkinder

Trotzdem haben die Stadträte schon länger entschieden, weiterhin offen für Kinder aus Nachbargemeinden oder für Eltern zu sein, die ihr Kind auf dem Weg zur Autobahn zum Beispiel in der Kita in Polkenberg abgeben. Weiterer Betreuungsbedarf dort ist vorhanden, wie die Leiterin den Mitgliedern des Technischen Ausschusses in einer Beratung vor Ort bestätigte.

Im „Haus der tausend kleinen Füße“, so heißt die Einrichtung in Polkenberg, wird Platz für sechs weitere Krippenkinder geschaffen. Baubeginn soll im Laufe des Jahres sein, nachdem die Finanzierung nun weitgehend geklärt und die Pläne im Detail abgestimmt sind. Somit stehen dann ab nächstem Jahr in dieser Einrichtung insgesamt 16 Plätze für bis zu Dreijährige zur Verfügung.

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