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Freizeit und Genuss  

Digitale Helferlein für die Piste

Die Digitalisierung hält auch im Wintersport Einzug - die Vermessung der Skiwelt schreitet voran.

Auf einem Handy ist die Snowcookie-App zu sehen, dahinter steht ein Paar Ski mit dem montierten Snowcookie Smart Ski. Snowcookie analysiert Parameter wie die Geschwindigkeit, Haltung des Skifahrers, Position der Ski etc. und agiert als "digitaler Skilehre © Tobias Hase/dpa

München. Skifahren ist in erster Linie ein Naturerlebnis - das Handy fährt aber längst mit. Die Digitalisierung hält somit auch im Wintersport Einzug. Und die Vermessung der Skiwelt schreitet voran, wie auf der Sportartikelmesse Ispo in München (noch bis 6. Februar) zu sehen ist.

Längst geht es nicht mehr nur darum, wie viele Pisten- oder Höhenkilometer Wintersportler an einem Skitag zurückgelegt haben. Die Sensoren von snowcookie geben dem Fahrer viel mehr Feedback. Zwei sind an den Ski befestigt, einen trägt der Fahrer als Gurt. Die App zeigt etwa die Zahl der Schwünge auf einer Abfahrt an. Über den Tag bewertet sie anhand der Daten Ausdauer, Geschwindigkeit, Stil oder Engagement. So werden Fort- oder eben Rückschritte sichtbar. Zugleich bediene das System, das seit kurzem für rund 300 Euro zu haben ist, die Gamification beim Skifahren, sagt Sprecher Krzysztof Machaj.

In der "letzten Prototyp-Phase" ist der Smart-Ski von Elan. Hier messen im Ski integrierte Sensoren unter anderem Balance und Position auf den Brettern. Zu einer Markteinführung gab es noch keine Angaben.

Der schwedische Hersteller POC hat in seinem Obex-BC-Helm einen NFC-Chip verbaut. Darauf können Fahrer Daten speichern, die Retter im Notfall mit Smartphones auslesen können. Zum Beispiel Angaben zu Vorverletzungen, Blutgruppe und Unverträglichkeiten. Albert Meier vom Deutschen Skilehrerverband (DSLV) sieht darin viel Nutzen: "Wenn die Rettungskräfte bei dieser Idee dabei sind, halte ich das für extrem sinnvoll", sagt er. "Wenn es hart auf hart kommt, dann kann es einen wichtigen Zeitvorteil bedeuten."

Ein weiteres Helferlein für Wintersportler ist das System Aware Impact von Flaxta. Der Sensor kann in der Ohrlasche des Skihelms befestigt werden und misst Stoßeinwirkungen: sowohl lineare G-Kräfte als auch die Drehgeschwindigkeit. "Diese beiden Kräfte sind die wichtigsten Faktoren bei Gehirnerschütterungen. Darum geht es: um Vorbeugung und Hilfe", sagt Projektmanager Henning Solum. Das System aus Sensor und App könnte 2020 auf den Markt kommen. (dpa-tmn)