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Leitbild-Debatte geht weiter

Noch 2018 soll die Agenda „Kamenz 2030“ stehen. Neuer Moderator ist Nico Neumann. Dresdner Studenten helfen mit.

© Uwe Soeder

Von Frank Oehl

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Kamenz. Nach einer längeren Pause ist jetzt die Leitbilddebatte in der Lessingstadt neu aufgeflammt. Es geht um die Agenda 2030, also die Frage: „Quo vadis, Kamenz?“ Nach einem im Grunde an den Haaren herbeigezogenen Misstrauenantrag gegen Moderatorin Hilke Domsch aus Freiberg stand der ganze Prozess seit dem Frühsommer auf der Kippe – auch in den Arbeitsgruppen. Er geht weiter. Das war das klare Signal einer Infoveranstaltung im Rathaus.

Neuer Gesamtmoderator ist Nico Neumann von der Entwicklungsgesellschaft DSK, die sich nicht nur um die Vermarktung des Entwicklungsgebietes Kamenz-West verdient gemacht hat, sondern auch im Altstadt-Sanierungsgebiet. Ende Januar waren etwa 50 Teilnehmer in den Ratssaal gekommen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Das waren nicht mehr so viele, wie annähernd vor Jahresfrist, aber immerhin: Das Ziel des Infoabends wurde erreicht. Die Debatte wird fortgesetzt, und alle Interessierten können sich direkt einbringen. OB Roland Dantz hat in seiner Ansprache zum Neujahrsempfang die Zielvorgabe so formuliert: „Ich denke, dass wir noch in diesem Jahr zu guten und für unsere Stadt richtungsweisenden Ergebnissen kommen werden.“

Große Herausforderungen für Mittelzentrum

Wichtige Parts zur Standanalyse übernahmen Stadtplaner Michael Preuß und Nico Neumann selbst. Dabei standen sowohl die weitere demografische Entwicklung, aber auch die neuen Trends im Städtebau und ihre Bezüge auf die Stadt im Mittelpunkt. Nach wie vor stehe das Mittelzentrum vor großen Herausforderungen, insbesondere auch vor dem Hintergrund der erfreulichen wirtschaftlichen Dynamik in Bernbruch. Schwerpunkte seien sowohl der Schulstandort Lessinggymnasium, aber auch die Zukunft der Schwimmhalle oder die Wohngebietsentwicklung insgesamt. Einige Disputanten wiederum machten klar, wie wichtig ihnen die Kreativwirtschaft ist. Und angemahnt wurde insbesondere auch, die Ortsteile bei der Stadtentwicklung nicht zu vergessen. Vor allem auch mit Blick auf Schönteichen. Die Einwohnerschaft hatte im September mit großer Mehrheit für den Gemeindezusammenschluss mit Kamenz votiert. Nun soll das Aufgebot bestellt werden mit dem Ziel, beide Ehe-Partner stärker zu machen.

Dass die Stadt und die Umgebung gut mit Ärzten versorgt wird, war den Bürgern ebenfalls wichtig, wie Stadtsprecher Thomas Käppler bestätigt. „Außerdem wurde die vielleicht etwas ungewöhnliche Idee diskutiert, das studentische Wohnen in Kamenz zu fördern, auch mit Blick auf die steigenden Mieten in den Universitätsstädten wie Dresden.“ Verständlich sei gewesen, dass einige Dinge auch nur angerissen werden konnten und es auch inhaltliche Punkte gibt, die unbedingt weiter debattiert werden müssten.

Visionen zusammenführen

Alle angesprochenen Themen werden nun in den vier Arbeitsgruppen innerhalb der Leitbilddebatte weiter behandelt. Der nächste Schritt in dem Prozess werde sein, die einzelnen Visionen und Themen, die jetzt bereits in den Arbeitsgruppen bearbeitet worden sind, in einem Redaktionsteam zusammenzuführen und für die Entwicklung des Kamenzer Leitbildes vorzubereiten, so Käppler. Das Leitbild solle gewissermaßen das „Grundverständnis von Kamenz in der Bürgerschaft darstellen“ und somit später für Rathaus und Stadtrat eine Orientierungshilfe sein. Es definiere die Grundlage, die Ziele und die Handlungserfordernisse für die Stadt und ihre Ortsteile und müsse am Ende in konkrete Entscheidungen münden.

Die Steuerungsgruppe im Leitbildprozess wird sich am 8. Februar treffen, um die weitere Arbeit abzustecken. Wer wird Mitglied der Redaktionsgruppe? Wie laufen die Arbeitsgruppen weiter? Diese und andere Fragen werden dann besprochen. Neben Moderator Nico Neumann konnte die Fachhochschule Dresden (FHD) als Prozessbegleiter gewonnen werden. Ihre Aufgabe werde die inhaltliche Betreuung der Arbeitsgruppe 2 sein, die sich mit den Themen Soziales, Freizeit und Bildung beschäftigt. Mit der öffentlichen Vorstellung auch von Zwischenergebnissen aus den Arbeitsgruppen ist zu rechnen.