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Leonardo-Betreiber will weitermachen

Das Freitaler Heim soll Ende Juni dicht gemacht werden. Pro Shelter verweist nun auf Proteste der Bewohner.

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© Karl-Ludwig Oberthür

Von Tobias Winzer

Freital. Bleibt das Leonardo-Hotel in Freital eine Asylbewerberunterkunft oder nicht? Diese Frage könnte bald die Gerichte beschäftigen. Nachdem das zuständige Landratsamt in der vergangenen Woche angekündigt hatte, das Haus bis Ende Juni schließen zu wollen, bekräftigt nun der Betreiber, Pro Shelter, seine Weigerung, dies zu tun.

„Die Bewohner möchten nicht umziehen“, sagt die Sprecherin von Pro Shelter, Sina Sosniak. „Nach Meldungen, dass die Notunterkunft im ehemaligen Leonardo Hotel bis Juni geschlossen werden soll, gab es erste Proteste. Flüchtlinge, die Freital bereits verlassen mussten, berichten von deutlich schlechteren Wohnbedingungen in ihrer neuen Unterkunft.“

Der Betrieb sei eingespielt und auch zu den Freitaler Bürgern habe man inzwischen ein gutes Verhältnis, sagt Sosniak. „Viele Nachbarn unterstützen die Einrichtung seit Langem, unter anderem bei der Ausgestaltung eines Spielzimmers für die kleinsten Bewohner.“ Auch das Willkommensbündnis habe dem Betreiber seine Unterstützung zugesagt. Nach Angaben von Pro Shelter sind die vom Landratsamt geforderten Umbaumaßnahmen zu 90 Prozent umgesetzt. „Pro Shelter will daher das Leonardo-Hotel weiter wie geplant umbauen und erfolgreich betreiben.“

Das Landratsamt will das Heim wegen des fehlenden Brandschutzes schließen. Der Darstellung, dass die geforderten Umbauten so gut wie abgeschlossen seien, hatte die Behörde zuletzt widersprochen.