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Leos Vögel sollen Jugend einfangen

Aus den Weingläsern von Kay Leonhardt kann man zwar nicht trinken – aber zum Weinfest passen sie trotzdem.

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© Cluaid Hübschmann

Von Udo Lemke

Meißen. Ein gut gefülltes Weinglas, das nicht nur einen Vogel hat, sondern drei und in der einen Hand eine Weinflasche hält – das ist eines von fünf Motiven, die Kay Leonhardt für das diesjährige Weinfest entworfen hat. Sie sollen das Fest künftig begleiten: „Es ging darum, als belebendes Element etwas Wiedererkennbares zu schaffen“, erläutert Leo, wie sein Künstlername lautet, das Ansinnen, mit dem der Meißener Gewerbeverein an ihn herangetreten war.

Die lustigen Gläser von Kay Leonhardt werden das Weinfest künftig begleiten.
Die lustigen Gläser von Kay Leonhardt werden das Weinfest künftig begleiten.

Was lag näher, das Markenzeichen des gelernten Porzellanmalers, der 1990 sein Diplom als Designer an der Burg Giebichenstein abgelegt hat, aufzugreifen? Die bunten Vögel stehen für Lebensfreude, die Gläser für Genuss, also für die Dinge, die das Meißener Weinfest ausmachen sollen.

Dabei kann sich Leo auf die vielen Fans und Liebhaber seiner Grafiken verlassen. „Die Gläser sollen den Nerv von Leuten zwischen sechs und 106 treffen.“ Sie sollen das Weinfest künftig als Vignetten auf Drucksachen und Schildern begleiten und im Internet jüngeres Publikum ansprechen. Vorgestellt worden sind sie am Dienstag im Innenhof des Handelshauses Ernst Schumann auf der Elbstraße. Dort gaben Stadtverwaltung und Weinfestorganisatoren eine Ausblick auf das Großereignis am letzten Septemberwochenende (23.  - 25. 9.).

Es werden wieder zwanzig Bühnen aufgebaut, erklärte Uwe Reichel, der Vorsitzende des Gewerbevereins. Und dazu natürlich unzählige Stände, an denen Wein, kulinarische Leckerbissen und Handwerk verkauft werden. Von 300 Ständen und 30 Winzerpräsentationen ist die Rede. Wie in den Vorjahren rechnen Gewerbeverein und Stadt als Veranstalter wieder mit etwa 50 000 Besuchern. Allerdings können die Zahlen nur geschätzt werden, denn das Meißner Weinfest kostet an allen drei Tagen keinen Eintritt, sodass Personenzahlen nicht exakt ermittelt werden können.

Traditionell wird es am Sonntag ab 10 Uhr den großem Festumzug durch die historische Innenstadt geben. Neu ist, dass sich die Teilnehmer erstmals auch selbst sehen können. Denn das erste Bild steht nicht an der Spitze des Zuges und läuft los. Es steht am Schluss, passiert alle anderen Teilnehmer und setzt sich dann an die Spitze, sodass die Letzten die Ersten sein werden und von allen anderen Festumzugsteilnehmern bewundert werden können.

Seinen Abschluss findet das Weinfest traditionell mit dem Feuerwerk, das am Sonntag 20.30 Uhr auf dem Crassoberg gezündet wird. Zur Sicherheitslage erklärte Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos), dass das Weinfest ein Fest bleiben und kein Hochsicherheitsereignis werden solle. „Es werden keine Gullydeckel verschweißt, wie beim Besuch eines Präsidenten, aber es wird viele Menschen in Zivil geben, die die Augen offen halten werden.“ Und: „Wir wollen auf Taschen- und Rucksackkontrollen verzichten, wir wollen nicht in Hysterie verfallen.“

Auf die immer wiederkehrende Frage nach der Möglichkeit, Bier beim Weinfest zu trinken, erklärte Gewerbevereinschef Reichel: „Es wird Bier auf dem Weinfest geben, vor allem unser Meißener Schwerter, aber es werden auch Fremdbrauereien vertreten sein.“ Oberbürgermeister Raschke warf noch einen Blick voraus. Wegen der Bundestagswahlen im kommenden Jahr wird das Weinfest 2017 wahrscheinlich eine Woche nach vorn gezogen.