merken

Letzte Brache am Altmarkt soll verkauft werden

Die Revitalis AG plant Wohnungen, Geschäfte und Parkplätze in zweiter Reihe.

Von Andreas Weller

Endlich ist ein Käufer gefunden, der die Fläche zwischen Pfarrgasse, Schreibergasse und An der Mauer – direkt am Altmarkt – kaufen und bebauen will. Seit 2002 versuchen Stadt und Kreuzkirche, denen die Grundstücke gehören, diese loszuwerden. Doch bei den acht bisherigen Ausschreibungen für die gut 3 000 Quadratmeter Fläche gab es entweder gar keine Angebote, oder die Interessenten wollten nicht mal den Verkehrswert zahlen. Nun hat die Revitalis AG 7,5 Millionen Euro dafür geboten, das ist genau so viel, wie die Flächen laut Gutachten tatsächlich wert sind.

Anzeige
Countdown zum Mauerfall

Vorführung einer Dokumentation zur friedlichen Revolution mit anschließender Podiumsdiskussion: Spannende Gäste inklusive!

Das Unternehmen hat bereits das Wiener Loch verfüllt, baut dort das Prager Carré, das bald fertig sein soll. Dort entstehen Wohnungen und Geschäfte, genau gegenüber dem Hauptbahnhofs Außerdem will das Unternehmen demnächst mit dem Quartier am Postplatz beginnen. Am Altmarkt, hinter dem NH-Hotel, plant die Revitalis, nun etwa 50 Millionen Euro zu investieren. Dort soll eine vierseitige Blockrandbebauung entstehen. Geplant sind vorwiegend Wohnungen, zwei Tiefgaragenuntergeschosse und Gewerbe im Erdgeschoss. Wie der Bau aussehen soll, ist bereits mit der Stadt in einem Gutachterverfahren abgestimmt, damit es zum Umfeld passt. Nun müssen die Stadträte im Bau- und Finanzausschuss dem Verkauf noch zustimmen. Wenn das geschieht, können die Verträge geschlossen werden. Nach der Beurkundung muss der neue Eigentümer innerhalb von acht Wochen archäologische Grabungen auf dem Grundstück durchführen lassen. Binnen sechs Monaten muss dann der Bauantrag gestellt werden. Ist dieser erteilt, muss die Revitalis binnen weiterer sechs Monate mit dem Bau beginnen und 36 Monate später fertig werden. Hält die Firma das nicht ein, muss die Grube verfüllt werden. Die Grundstücke dürfen nur mit Zustimmung der Stadt weiterverkauft werden. Verletzt die Revitalis diese Pflichten, sind 300 000 Euro Vertragsstrafe an die Stadt fällig.

Im Gegenzug verpflichtet sich die Stadt, die umliegenden Straßen endgültig herzustellen. So muss der Tunnel – die Durchfahrt zum NH-Hotel – und die Beleuchtung ertüchtigt und die Bohrpfahlwand, die auf dem Areal ist, abgerissen werden. Das kostet etwa 586 000 Euro, für die die Stadt aufkommt. Die Kosten für die Lüftung und den Brandschutz im Tunnel sind laut Stadtverwaltung noch nicht genau ermittelt. Da dafür die Stadt zuständig ist, wird die Summe dann aus dem Kaufpreis zur Verfügung gestellt, heißt es in der entsprechenden Vorlage dazu.